Un­se­ren Sor­ben ge­hen die Leh­rer aus

Dresdner Morgenpost - - SACHSEN -

BAUTZEN - Neue Sor­gen für die Sor­ben. Leh­rer für Un­ter­richt in sor­bi­scher Spra­che wer­den knapp. Nach Schät­zun­gen des Sor­bi­schen Schul­ver­eins ver­las­sen bis zum Jahr 2022 vor­aus­sicht­lich über 70 Leh­rer in der Ober- und Nie­der­lau­sitz die Schu­le. Aus Al­ters­grün­den.

„Wir se­hen die­se Ent­wick­lung mit Sor­ge. Des­halb müs­sen wir an­de­re We­ge ge­hen, um Nach­wuchs zu fin­den, der an sor­bi­schen Schu­len ar­bei­tet“, sagt Lud­mi­la Bu­dar, Vor­sit­zen­de des Sor­bi­schen Schul­ver­eins. Auch die of­fi­zi­el­le Ver­tre­tung der Sor­ben, die Do­mo­wi­na, for­dert zu Be­ginn des neu­en Schul­jah­res ei­ne Lang­frist-Leh­rer-Pla­nung. „Wir müs­sen mehr denn je über Quer­ein­stei­ger und Leh­rer aus Tsche­chi­en und Po­len für un­se­re sor­bisch­spra­chi­gen Schu­len nach­den­ken“, sagt Do­mo­wi­na-Vor­sit­zen­der Da­vid Stat­nik. In Sach­sen und Bran­den­burg ler­nen 4 000 Schü­ler in sor­bi­schen Klas­sen.

Ins­ge­samt le­ben rund 60000 Sor­ben in Deutsch­land. Da­von wer­den et­wa 20 000 als Nie­der­sor­ben be­zeich­net. Sie sie­deln in der Nie­der­lau­sitz (Bran­den­burg). Dar­über hin­aus gibt es 40 000 Ober­sor­ben in der säch­si­schen Ober­lau­sitz.

Wie geht’s wei­ter? In den kom­men­den Jah­ren ge­hen zahl­rei­che sor­bi­sche Leh­rer in den Ru­he­stand.

Noch funk­tio­niert der Un­ter­richt in sor­bi­scher Spra­che. Quer­ein­stei­ger und Leh­rer aus Po­len und Tsche­chi­en könn­ten künf­tig aus­hel­fen.

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