Zah­len, bit­te!

Dresdner Morgenpost - - POLITIK - Von Thomas Sch­mitt

N ur kein Neid! Nicht je­der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te mit üp­pi­gen Ne­ben­ein­künf­ten ist ein schnö­der Ab­sah­ner. Wer als Land­wirt zum Bei­spiel sei­nen ei­ge­nen Bau­ern­hof be­treibt, kann nach dem Ein­zug ins Par­la­ment sei­nen Be­trieb nicht ein­fach ka­putt­ge­hen las­sen. Und schließ­lich sol­len uns Men­schen aus al­len Be­völ­ke­rungs- und Be­rufs­schich­ten eben auch Selbst­stän­di­ge - in Berlin re­prä­sen­tie­ren. V ie­len Ne­ben­ein­künf­ten haf­tet al­ler­dings ein Ge­schmäck­le an. Vor al­lem dann, wenn es um un­be­kann­te Geld­ge­ber und nicht ge­nau be­zif­fer­te Sum­men geht. Dann han­delt es sich um ein „Ein­falls­tor für Lob­by­is­ten“, wie die Or­ga­ni­sa­ti­on „ab­ge­ord­ne­ten­watch.de“zu Recht kri­ti­siert. M ehr Trans­pa­renz ist an­ge­sagt - al­so bit­te her mit ge­nau­en An­ga­ben zu Zah­len und Quellen, lie­be Ab­ge­ord­ne­te! In Groß­bri­tan­ni­en ist das bei­spiels­wei­se üb­lich. War­um nicht hier? Wo­bei die Fra­ge nach ei­nem ge­ne­rel­len Ne­ben­ver­dienst-Ver­bot bleibt: Als Ab­ge­ord­ne­te soll­ten un­se­re Volks­ver­tre­ter ei­gent­lich ge­nug zu tun ha­ben. Und schlecht be­zahlt wer­den sie da­für nicht.

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