Sach­sen be­kommt Drei­län­der­brü­cke

Dresdner Morgenpost - - FRONT PAGE -

ZITTAU/HRADEK/BOGATYNIA - Ein zwölf Jah­re al­ter Traum wird wahr: Sach­sen, Po­len und Tsche­chi­en set­zen zum Brü­cken­schlag zwi­schen Hradek nad Ni­sou (Tsche­chi­en), Bogatynia (Po­len) und Zittau an. Die Drei­län­der­brü­cke könn­te in fünf Jah­ren ste­hen - wenn al­les nach Plan läuft.

Der Drei­län­der­punkt, an dem die Fuß­gän­ger­brü­cke aus Be­ton ent­ste­hen wird, ist ge­schichts­träch­tig. Hier, di­rekt am Oder-Nei­ße-Rad­weg, wur­de 2004 der EU-Bei­tritt Tsche­chi­ens und Po­lens ge­fei­ert. Ge­plant ist, dass aus je­dem Land ein Brü­cken­strang auf ein run­des Pla­teau führt, das in der Mit­te über der Nei­ße schwe­ben soll.

„Die Brü­cke ist für uns ein Sym­bol der Freund­schaft und un­se­rer Zu­sam­men­ge­hö­rig­keit im Drei­län­der­eck“, sagt Pa­vel Fars­ky (42), stell­ver­tre­ten­der Bür­ger­meis­ter der tsche­chi-

schen Grenz­ge­mein­de Hradek nad Ni­sou. Er nahm am Di­ens­tag am Brü­cken-Tref­fen mit Ver­tre­tern der Land­krei­se, Ge­mein­den und der Eu­ro­re­gio­nen teil, auf dem die Er­stel­lung der Pla­nungs­un­ter­la­gen (Kos­ten: 200 000 Eu­ro) zum Pro­jekt be­schlos­sen wur­de. Die Schwie­rig­keit: Je­des Land hat ei­ne ei­ge­ne Bau­ver­ord­nung, die nun mit den je­weils an­de­ren in Be­ton der Grenz­brü­cke ge­gos­sen wer­den muss. In Hradek nad Ni­sou ist man den­noch op­ti­mis­tisch, dass die Kon­kre­ti­sie­rung des Pro­jek­tes bis En­de 2017 fer­tig wird.

Da­nach geht es an die Fi­nan­zie­rung der Brü­cke, de­ren Preis der­zeit auf ei­ne Mil­li­on Eu­ro ge­schätzt wird: „Auch das wird nicht ein­fach, weil es EU-För­der­gel­der nur für bi­na­tio­na­le Pro­jek­te gibt. Wir hof­fen auf ei­ne Aus­nah­me­re­ge­lung“, sagt Fars­ky. An­sons­ten müs­sen die Krei­se für die tri­na­tio­na­le Brü­cke zah­len. Zit­taus Bür­ger­meis­ter Tho­mas Zen­ker (41) hält die Hür­den der EU, die sonst weit­aus grö­ße­re Pro­jek­te för­dert, für über­flüs­sig: „Die Brü­cke setzt ein gu­tes Si­gnal für das wei­te­re Zu­sam­men­wach­sen der Men­schen.“

Das Pro­jekt ist in Eu­ro­pa ein­zig­ar­tig. Selbst die be­kann­te Drei­län­der­brü­cke (2007) im Grenz­ge­biet Deutsch­land-Frank­reich-Schweiz ver­bin­det nur Deutsch­land mit Frank­reich über den Rhein. Die Gren­ze zur Schweiz ist 200 Me­ter ent­fernt.

In der Mit­te der Nei­ße tref­fen die drei Brü­cken­strän­ge am Drei­län­der­punkt auf­ein­an­der.

Hier soll die Drei­län­der­brü­cke ge­baut wer­den.

Vie­le Po­li­ti­ker ken­nen den Drei­län­der­punkt im Drei­län­der­eck: An die­sem sym­bo­li­schen Ort wur­de 2004 der EU-Bei­tritt Po­lens und Tsche­chi­ens ge­fei­ert.

So soll die Fuß­gän­ge­rund Fahr­rad­brü­cke aus­se­hen.

Zit­taus Ober­bür­ger­meis­ter

Tho­mas Zen­ker (41) sieht in der Drei­län­der­brü­cke ein wich­ti­ges völ­ker­ver­bin­den­des Si­gnal, das die EU un­ter­stüt­zen

soll­te.

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