Schen­ken Sie Zeit!

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Ka­trin Koch

Klar, Kin­der- und Ju­gend­ar­beit braucht Geld. Auch die Meiß­ner „Ar­che“kä­me oh­ne groß­zü­gi­ge Spen­der nicht über die Run­den. Aber Geld ist nicht al­les.

Wir glau­ben nur zu gern, dass wir mit ei­ner Spen­de un­se­rer so­zia­len Ver­ant­wor­tung ge­recht wer­den. Ein Klick, ei­ne Über­wei­sung - und un­ser Ge­wis­sen ist wie­der be­ru­higt. Schnell und oh­ne gro­ßen Auf­wand. Die Ar­beit ma­chen - an­de­re!

Doch was ei­ne Ge­sell­schaft erst wirk­lich so­li­da­risch eint, ist das ge­mein­sa­me Tun. Sich Zeit neh­men - für an­de­re. Ein Ohr ha­ben - für an­de­re. Sich mit dem Her­zen en­ga­gie­ren - für an­de­re.

Das hilft nicht nur den Schwa­chen. Das hilft auch uns Star­ken, die wir ge­ben kön­nen. Es lehrt uns Re­spekt und De­mut. Es führt uns vor Au­gen, in welch Reich­tum und Glück wir le­ben. Und dass dies kei­nes­wegs selbst­ver­ständ­lich ist. Es be­rei­chert uns, die wir schein­bar al­les ha­ben - nur oft kei­ne Zeit.

Doch wer ehr­lich ist, muss ge­ste­hen: Ich könn­te mir ei­ne St­un­de Zeit neh­men und sie ver­schen­ken. Erst recht für Kin­der. So ab­ge­dro­schen es klin­gen mag, so wahr ist es doch: Was wir ih­nen nicht vor­le­ben, kön­nen wir in Zu­kunft nicht von ih­nen ver­lan­gen. Be­richt Sei­te 6/7

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