Groß­schö­nau fei­ert sich für 350 Jah­re In­dus­trie­spio­na­ge

Dresdner Morgenpost - - SACHSEN -

ZITTAU - Aus Sach­sen in die Welt: Wenn die Ge­mein­de Groß­schö­nau noch bis zum Sonn­tag 350 Jah­re Da­mast­we­be­rei fei­ert, dann ist das auch die Ge­schich­te fre­cher In­dus­trie­spio­na­ge.

Ost­sach­sen um 1748. Den We­bern im Zit­tau­er Ge­bir­ge geht’s mies. Kon­kur­renz aus Ober­schle­si­en; Zwi­schen­händ­ler, die die Prei­se drü­cken. Dar­um sen­det Zittau Chris­toph und Fried­rich Lan­ge in die Fer­ne. Das Brü­der­paar soll im Wes­ten schau­en, was da fa­bri­ziert wird. Die We­ber lan­den in den Nie­der­lan­den.

Dort hat man die al­te chi­ne­si­sche Kunst des Da­mast­we­bens mo­der­ni­siert. Die Ge­brü­der ma­chen brav ein Prak­ti­kum, mer­ken sich da­bei aber nicht nur die Tech­nik, son­dern gleich die Kon­struk­ti­on der Web­stüh­le - zum Woh­le ih­rer säch­si­schen Hei­mat. Dort nun schießt der säch­si­sche Kur­fürst Jo­hann Georg II. För­der­mit­tel zu, legt ein Wirt­schafts­pro­gramm wird auf. „Be­reits 1666 ging die feins­te Tisch- und Bett­wä­sche aus Groß­schö­nau an die eu­ro­päi­schen Herr­schafts­häu­ser“, heißt es im Deut­schen Da­mast- und Frot­tier­mu­se­um vor Ort. Be­ginn ei­ner bis heu­te rei­chen­den Ge­schich­te, die vor 160 Jah­ren durch Frot­tee er­wei­tert wur­de.

„Bei­de Ju­bi­lä­en wol­len wir fei­ern“, sagt Bür­ger­meis­ter Frank Peu­ker (53, SPD). „Es gibt im gan­zen Dorf An­ge­bo­te, be­son­ders für Kin­der.“Im Fest­tags-Boot auch je­ne zwei Fir­men, die noch im­mer Da­mast und Frot­tee her­stel­len. Na­tür­lich mit High­tech. TH

Hier geht’s bunt zu! Auch Fär­ben ge­hört zum Tex­til­stand­ort Groß­schö­nau.

Frot­tee aus Groß­schö­nau gibt’s auch schon 160 Jah­re: Ein Kes­sel vol­ler Rub­bel­stof­fe wird aus der Zen­tri­fu­ge ge­holt.

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