Der ver­zwei­fel­te Kampf um die Kin­der in Alep­po

Dresdner Morgenpost - - POLITIK -

Ver­zwei­fel­ter Hilfs­ap­pell vom um­kämpf­tes­ten Schlacht­feld im sy­ri­schen Bür­ger­krieg: Ärz­te aus Alep­po ha­ben in ei­nem Brief an US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma (55) ein so­for­ti­ges Ein­grei­fen der USA ge­for­dert.

Das Schrei­ben ist von 15 der 35 noch prak­ti­zie­ren­den Ärz­te im von Re­bel­len kon­trol­lier­ten Os­ten der nord­sy­ri­schen Stadt un­ter­zeich­net. Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen war­nen längst vor ei­ner hu­ma­ni­tä­ren Ka­ta­stro­phe. Seit Ta­gen gibt es kein flie­ßen­des Was­ser. Kran­ke und Ver­wun­de­te kön­nen kaum noch me­di­zi­nisch ver­sorgt wer­den - vor al­lem Kin­der müs­sen lei­den.

„Uns hel­fen kei­ne Trä­nen, kein Mit­leid und nicht ein­mal Ge­be­te, wir be­nö­ti­gen Ihr Han­deln“, heißt es in dem Brief. Oh­ne ei­nen stän­di­gen Ver­sor­gungs­kor­ri­dor wer­de sich der Hun­ger wei­ter aus­brei­ten, und die Vor­rä­te der Kran­ken­häu­ser gin­gen voll­ends zu En­de, war­nen die Me­di­zi­ner.

Sie schil­dern dra­ma­ti­sche Zu­stän­de in den Kran­ken­häu­sern der Stadt: „Was uns als Ärz­te am meis­ten schmerzt, ist, dass wir Ent­schei­dun­gen dar­über tref­fen müs­sen, wer wei­ter­le­ben soll und wer stirbt. Manch­mal wer­den klei­ne Kin­der bei uns ein­ge­lie­fert, die so schwe­re Ver­let­zun­gen ha­ben, dass wir je­ne vor­zie­hen müs­sen, die bes­se­re Über­le­bens­chan­cen ha­ben.“Die Dok­to­ren fle­hen Oba­ma um Hil­fe an: „Zei­gen Sie, dass Sie ein Freund des sy­ri­schen Vol­kes sind!“

Nach An­ga­ben der Ver­ein­ten Na­tio­nen wird die hu­ma­ni­tä­re Si­tua­ti­on in Alep­po im­mer dra­ma­ti­scher. UN-Son­der­ge­sand­ter Staf­fan de Mis­tu­ra (69): „Die Zeit drängt.“Die Ver­sor­gung der leid­ge­prüf­ten Be­völ­ke­rung sei völ­lig un­zu­rei­chend. „Zi­vi­lis­ten von bei­den Sei­ten sind in Ge­fahr.“

Nach dem Gift­an­griff ges­tern su­chen ein Mann und sein Kind Hil­fe in ei­ner Kli­nik. Feu­er frei trotz Feu­er­pau­se! Alep­po ist zwi­schen dem Re­gime und ver­schie­de­nen Re­bel­len­grup­pen auf­ge­teilt. All­tag in Alep­po. Ein Mann hilft ei­nem Jun­gen aus den Trüm­mern der Stadt. Ges­tern wur­den nach Ga­s­an­grif­fen min­des­tens vier Men­schen ge­tö­tet und 55 ver­letzt.

Wa­ren es Fass­bom­ben mit Chlor? Ein Mäd­chen wird mit Sau­er­stoff ver­sorgt.

Ba­rack Oba­ma (55)

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