Gu­te Prä­ven­ti­on

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Tors­ten Hil­scher

Zu­ge­ge­ben, es klingt ein we­nig tro­cken und sehr deutsch: „Mög­lich­kei­ten der Früh­er­ken­nung von Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­al und von psy­cho­lo­gi­schen Auf­fäl­lig­kei­ten.“

Aber da­hin­ter ver­birgt sich Wich­ti­ges. Näm­lich Kur­se für Mit­ar­bei­ter von Asyl­be­wer­ber­hei­men. Sie sol­len ein Au­ge da­für be­kom­men, wenn un­ter den An­kömm­lin­gen auf­fäl­li­ge Men­schen sind - al­so eben in psy­cho­lo­gi­scher Hin­sicht (Trau­ma, krank), mo­ti­viert von re­li­giö­sem Ei­fer oder schlicht aus ter­ro­ris­ti­schem An­trieb.

Par­al­lel gibt’s da­für das neue psy­cho­so­zia­len Zen­trum in Leip­zig und das in Dres­den, wo am 9. Sep­tem­ber die Ar­beit be­ginnt. Das ist gu­te Prä­ven­ti­on.

Ver­ständ­li­cher Ein­wand: Dem ge­mei­nen Ter­ro­ris­ten sieht man die kru­de Ge­dan­ken­welt nicht an der Na­sen­spit­ze an. Oder doch? Die Er­fah­run­gen is­rae­li­scher Be­hör­den zei­gen, dass viel Psy­cho­lo­gie im Spiel ist, Men­schen, die aus be­stimm­ten Mo­ti­ven Bö­ses im Schil­de füh­ren, her­aus­zu­fil­tern. Das Land lei­det ja seit Jahr­zehn­ten (!) un­ter Ter­ror im All­tag.

Wir tun al­so gut dar­an, zu­min­dest ei­nen An­fang zu ma­chen. Ter­ror ganz ab­hal­ten wird das na­tür­lich nicht.

Bei die­ser Ge­le­gen­heit: Den rea­len Ter­ror be­sche­ren uns mo­men­tan un­se­re ei­ge­nen Lands­leu­te. Wer Frem­den­hei­me an­zün­det (Na­zis), wer St­ei­ne auf Po­li­zis­ten und Po­li­ti­ker wirft (Links­au­to­no­me) und Ben­gal­feu­er in Men­schen­men­gen mit Kin­dern haut („Fuß­ball­fans“) und das ideo­lo­gisch be­män­telt, stellt sich ge­gen Hu­ma­ni­tät und da­mit ge­gen un­se­re Ge­sell­schaft. Die­se Leu­te ken­nen wir be­reits. Manch­mal nur zu gut.

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