Fre­vel an Got­tes­haus Die­be ent­blei­ten Ka­men­zer Kir­che

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN & UMGEBUNG -

Mehr als 500 Jah­re ist die Ka­men­zer St.-An­nen-Kir­che nun schon alt. Aber so et­was hat die Kirch­ge­mein­de noch nicht er­lebt. Über Nacht hat­ten Me­tall­die­be das Got­tes­haus „ent­bleit“.

Ein Mit­ar­bei­ter der Stadt­ver­wal­tung hat die Be­sche­rung am Mor­gen ent­deckt: Die Blei­ab­de­ckun­gen der Au­ßen­ge­sim­se am Ch­or­ge­bäu­de der erst vor we­ni­gen Jah­ren grund­sa­nier­ten Kir­che wa­ren zum gro­ßen Teil weg. „Da feh­len min­des­tens 45 Me­ter“, schätzt Kir­chen­haus­meis­ter Ri­co Rietz­schel (44). Für die Ge­mein­de (rund 3 000 Mit­glie­der) ein Scha­den von 2 500 Eu­ro, für den sie wohl sel­ber auf­kom­men muss.

Haus­meis­ter Rietz­schel: „In der Ver­gan­gen­heit wur­den uns schon Kup­fer­roh­re und Dach­rin­nen ge­stoh­len. Ein­mal hat­ten wir die Beu­te so­gar beim Schrott­händ­ler wie­der­ge­fun­den. Aber Blei? Das gab’s noch nie.“

Viel Freu­de dürf­ten die Die­be nicht ha­ben: Das Me­tall ist ex­trem schwer - und bringt doch kaum was. Der­zeit wird für Blei­schrott et­wa ein Eu­ro pro Ki­lo be­zahlt. Das be­deu­tet für die Ga­no­ven: Viel Ar­beit für re­la­tiv we­nig Geld.

Bei der an­ste­hen­den Re­pa­ra­tur wird die Ge­mein­de jetzt wohl ein­fa­ches Blech ver­wen­den. Tech­nisch nicht ide­al, aber viel­leicht wird we­nigs­tens das künf­tig von Me­tall­die­ben ver­schmäht.

Tat­ort St.-An­nen-Kir­che:

Haus­meis­ter Ri­co Rietz­schel (44) schätzt, dass min­des­tens 45 Me­ter

Blei­ab­de­ckun­gen feh­len.

Die eh­ren­wer­te, 1512 erst­mals ge­weih­te St.-An­nen-Kir­che wur­de Op­fer von gie­ri­gen Me­tall­die­ben.

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