Schrift­stel­ler Her­mann Kant ist tot

Dresdner Morgenpost - - KULTUR -

NEUSTRELITZ - Sein Buch „Die Au­la“gilt als Klas­si­ker der DDR-Li­te­ra­tur, war im Os­ten wie im Wes­ten Schul­lek­tü­re. Her­mann Kant war aber nicht nur Au­tor, son­dern auch um­strit­te­ner Kul­tur-Spit­zen­funk­tio­när. Nun ist der Schrift­stel­ler zwei Wo­chen nach sei­nem 90. Ge­burts­tag in ei­nem Kran­ken­haus ge­stor­ben.

Selbst Kants schärfs­te Kri­ti­ker wa­ren sich ei­nig: Schrei­ben, das konn­te er. Ro­ma­ne wie „Die Au­la“(1965) über die ost­deut­schen An­fangs­jah­re er­ziel­ten in der DDR Mil­lio­nen­auf­la­gen, wur­den teils in 15 Spra­chen über­setzt.

Lan­ge wur­de aber auch dis­ku­tiert, wel­che Rol­le Kant als Prä­si­dent des DDR-Schrift­stel­ler­ver­bands von 1978 bis En­de 1989 und als Mit­glied des SED-Zen­tral­ko­mi­tees ge­spielt hat­te.

Kant leug­ne­te nie, ei­nem Re­gime auch als „Vor­zei­ge­po­et“ge­dient zu ha­ben. Aber: „Das hat mich nie ge­stört, ich fand es in Ord­nung, mit al­len sei­nen Lü­cken und Feh­lern.“An­läss­lich der Fei­er­lich­kei­ten zum 25. Jahr der deut­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung sag­te der „über­zeug­te Er­bau­er der DDR“: „Von mir aus hät­te die Ein­heit un­ter­blei­ben kön­nen.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.