Ber­lin sieht Er­do­gan als Ter­ror-Un­ter­stüt­zer

Dresdner Morgenpost - - POLITIK -

BER­LIN - Of­fi­zi­ell hielt sich die Bun­des­re­gie­rung mit ih­rer Kri­tik bis­lang zu­rück. Doch die­se Stel­lung­nah­me ist deut­lich: Ber­lin be­trach­tet die Tür­kei und ih­ren Prä­si­den­ten Re­cep Tay­yip Er­do­gan (62) als ak­ti­ve Un­ter­stüt­zer ra­di­ka­ler, be­waff­ne­ter Is­la­mis­ten.

Das geht aus ei­ner als ver­trau­lich ein­ge­stuf­ten Ant­wort auf ei­ne An­fra­ge der Lin­ken im Bun­des­tag her­vor, die der ARD vor­liegt. Dar­in heißt es: „Als Re­sul­tat der vor al­lem seit dem Jahr 2011 schritt­wei­se is­la­mi­sier­ten In­nen­und Au­ßen­po­li­tik An­ka­ras hat sich die Tür­kei zur zen­tra­len Ak­ti­ons­platt­form für is­la­mis­ti­sche Grup­pie­run­gen (...) ent­wi­ckelt.“

Und: „Die zahl­rei­chen So­li­da­ri­täts­be­kun­dun­gen und Un­ter­stüt­zungs­hand­lun­gen für die ägyp­ti­sche Mus­lim­bru­der­schaft, die Ha­mas und Grup­pen der be­waff­ne­ten is­la­mis­ti­schen Op­po­si­ti­on in Sy­ri­en durch die Re­gie­rungs­par­tei AKP und Prä­si­dent Er­do­gan un­ter­strei­chen de­ren ideo­lo­gi­sche Af­fi­ni­tät zu den Mus­lim­brü­dern.“

Da­mit stellt die Bun­des­re­gie­rung dem Be­richt zu­fol­ge erst­mals of­fi­zi­ell ei­ne di­rek­te Ver­bin­dung zwi­schen Er­do­gan und ei­ner Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on her - denn als sol­che wird zu­min­dest die Ha­mas seit 2003 in der EU ein­ge­stuft.

Die Zu­sam­men­ar­beit mit is­la­mis­ti­schen und ter­ro­ris­ti­schen Grup­pen wird nach Ein­schät­zung der Bun­des­re­gie­rung ak­tiv von Prä­si­dent Er­do­gan (62) un­ter­stützt.

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