Ti­na pad­delt mit Fran­zi zu Sil­ber

Dresdner Morgenpost - - FRONT PAGE -

RIO - Ist das bit­ter! Trotz per­fek­tem Blitz­start ver­pass­ten Ti­na Diet­ze und Fran­zis­ka We­ber im Zwei­er-Ka­jak über 500 Me­ter die Ti­tel­ver­tei­di­gung um zwei, drei Zen­ti­me­ter.

„Die letz­ten Me­ter wa­ren har­ter Kampf, so­wohl für die Un­ga­rin­nen als auch für uns“, be­rich­tet Ti­na. Die Leip­zi­ge­rin wei­ter: „Ich ha­be sie aus dem Au­gen­win­kel ran­flie­gen se­hen.“Am En­de hat­ten Ga­b­ri­el­la Sz­abo/Da­nu­ta Ko­z­ak „im Wim­pern­schlag­fi­na­le“auf dem Ro­d­ri­go de Frei­tas die Boots­spit­ze vorn.

„Klar ist das är­ger­lich, wenn man auf den letz­ten Me­tern ab­ge­fan­gen wird“, so der Leip­zi­ger Bun­des­trai­ner Kay Ve­se­ly. „So ein Renn­ver­lauf lässt sich nicht pla­nen, das ist Pech. Aber Sil­ber ist bei Olym­pi­schen Spie­len auch okay.“Sei­ne Mä­dels konn­ten sich über Platz zwei freu­en. Ti­na reck­te noch völ­lig er­schöpft im Boot die Faust nach oben. An Land mein­te Fran­zi: „Wir sind über­glück­lich. Klar hät­ten wir auch gern Gold ge­habt, aber die Un­ga­rin­nen hat­ten das Glück.“

Da die Pots­da­me­rin heu­te wie­der im Ei­ner-Vor­lauf (500 m) ge­fragt ist, wur­de ges­tern nur „mit ei­nem Oran­gen­saft an­ge­sto­ßen“wie Diet­ze ver­riet. Am Sonn­abend soll’s nach dem Vie­rer-Fi­na­le Sekt ge­ben. Ein Sieg im Flagg­schiff wä­re da­für der per­fek­te Grund.

Fürs ers­te deut­sche Ka­nu-Gold sorg­te ges­tern Se­bas­ti­an Bren­del. Der Ei­ner-Ca­na­di­er-Fah­rer wie­der­hol­te in Rio sei­nen Tri­umph von Lon­don. In be­ein­dru­cken­der Ma­nier trieb der Pots­da­mer mit dem Stech­pad­del sein Boot über die 1 000-Me­ter-Stre­cke und fuhr vor Dos San­tos Isaqui­as Quei­roz über die Zi­el­li­nie. „Ich ha­be den Bra­si­lia­ner nicht weg­zie­hen las­sen und ihm so im Kopf den Zahn ge­zo­gen. Im End­spurt ha­ben es al­le schwer ge­gen mich“, so der stol­ze Olym­piassie­ger. Wü­tend schlug da­ge­gen Max Hoff (Es­sen) nach sei­nem 1 000-Me­ter-Fi­na­le das Pad­del ins Was­ser. Rang sie­ben war ent­täu­schend für den Bron­ze­me­dail­lenGe­win­ner von Lon­don. Der mit an­se­hen muss­te, wie der Spa­nier Mar­cus Walz auf den letz­ten Me­ter an al­len vor­bei­flog und Gold hol­te.

En­ri­co Lu­cke

Der Un­schlag­ba­re! Se­bas­ti­an Bren­del sorg­te im Ei­ner-Ca­na­di­er für das ers­te deut­sche Ka­nu-Gold in Rio.

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