Sar­ra­zin will Asyl­be­wer­ber mit Mi­li­tär­ein­satz ab­schie­ben

Dresdner Morgenpost - - POLITIK -

BERLIN- Für ra­di­ka­le Ide­en ist er be­rühmt-be­rüch­tigt: Jetzt for­dert Thi­lo Sar­ra­zin (71, „Deutsch­land schafft sich ab“) ein ri­go­ro­ses Vor­ge­hen in der Flücht­lings­po­li­tik. Der So­zi­al­de­mo­krat will il­le­ga­le und ab­ge­lehn­te Asyl­su­chen­de gna­den­los ab­schie­ben - zur Not mit mi­li­tä­ri­scher Hil­fe.

Nach Sar­ra­zins An­sicht ist die deut­sche Ge­setz­ge­bung de fac­to zu ei­nem „Ein­falls­tor für un­ge­re­gel­te Ein­wan­de­rung“ ge­wor­den. In ei­nem „FAZ“-Gast­bei­trag schreibt der frü­he­re Ber­li­ner Fi­nanz­se­na­tor, wie er das per har­tem Kurs än­dern will.

In­ner­halb von 30 Ta­gen soll dem­nach je­der Asyl-An­trag­stel­ler ei­ne Ent­schei­dung ha­ben: „Al­le il­le­gal Ein­ge­wan­der­ten so­wie al­le Flücht­lin­ge und Asyl­be­wer­ber, de­ren Auf­ent­halts­be­geh­ren ab­ge­lehnt wur­de, wer­den un­ver­züg­lich und grund­sätz­lich aus­nahms­los ab­ge­scho­ben.“Ei­ne Kla­ge-

mög­lich­keit soll es dann nicht ge­ben.

Ab­ge­scho­ben wer­den soll ent­we­der in das Her­kunfts­land oder in den zu­letzt be­such­ten Staat au­ßer­halb der EU. Mög­li­cher Wi­der­stand be­ein­druckt den Ex-Bun­des­bank­vor­stand nicht: „Ver­wei­gert ein Her­kunfts­land die Auf­nah­me, so wer­den die Be­tref­fen­den gleich­wohl grund­sätz­lich dort­hin ver­bracht, not­falls un­ter mi­li­tä­ri­schem Schutz.“

Bis zu ei­nem ab­schlie­ßen­den Vo­tum sol­len al­le An­trag­stel­ler in Tran­sit­zo­nen ver­blei­ben. Die ge­währ­ten Hil­fen sol­len es zu­dem un­mög­lich ma­chen, Gel­der in die Hei­mat zu über­wei­sen. Sar­ra­zin: „Der Drang nach Eu­ro­pa, ins­be­son­de­re nach Deutsch­land, wird erst dann nach­las­sen, wenn im ferns­ten afri­ka­ni­schen Dorf klar ist, dass auch ei­ne er­folg­rei­che An­kunft in Deutsch­land nicht mehr zum Blei­be­recht führt, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für po­li­ti­sches Asyl nicht ge­ge­ben sind.“

Uner­wünsch­te Zu­wan­de­rer soll es künf­tig nicht mehr ge­ben. Nach An­sicht von SPD-Mit­glied Sar­ra­zin setzt die ge­gen­wär­ti­ge Rechts­la­ge „fal­sche An­rei­ze“.

Sar­ra­zin (71) war von 2002 bis 2009 Ber­li­ner Fi­nanz­se­na­tor. Au­ßer­dem ar­bei­te­te er un­ter an­de­rem bei der Bahn und als Vor­stands­mit­glied der Bun­des­bank.

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