Nach dem Streit

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Torsten Hil­scher

Al­les wie­der im Lot bei VW? Von we­gen! Trotz der Ei­ni­gung mit den re­ni­ten­ten Zu­lie­fer­fir­men wirkt sich die­ser Fall auf die gan­ze Au­to­mo­bil­in­dus­trie aus. Kon­trak­te wer­den un­ter die Lu­pe ge­nom­men wer­den, das Ver­hält­nis Auf­tra­ge­ber-Auf­trag­neh­mer wird um ei­ne neue Kul­tur nicht her­um­kom­men. Auch wenn es für al­les Ver­trä­ge gibt.

Zu­vor aber gibt’s da­heim Fra­gen: Wo war VW-Sach­sen-Chef Sieg­fried Fie­big? Der bul­li­ge In­ge­nieur, der sonst auch bei we­ni­ger wich­ti­gen Ter­mi­nen Ge­sicht zeigt, blieb wie vom Erd­bo­den ver­schluckt. Si­cher hat er nicht ir­gend­wo ge­trö­delt, son­dern hat mit an­de­ren VW-Bos­sen ge­ackert. Aber in Si­tua­tio­nen wie die­sen wä­re die Öf­fent­lich­keit über State­ments er­freut. Im­mer­hin hat­ten 6 000 Ar­beit­neh­mer auf ei­nen Schlag nichts zu tun!

Auch die Ge­werk­schaf­ten muss­ten zum Ja­gen ge­tra­gen wer­den. Selbst wenn sie sich nicht auf ei­ne Sei­te schla­gen konn­ten und woll­ten: Ge­ra­de in so ei­ner bis­lang ein­ma­li­gen Si­tua­ti­on wä­ren mah­nen­de Wor­te hilf­reich ge­we­sen. Aber dies­mal war die Si­tua­ti­on nicht Schwarz oder Weiß, son­dern streu­te in Schat­tie­run­gen. Zu kom­plex, um wie üb­lich auf den Tisch zu hau­en?

Nur der säch­si­sche Wirt­schafts­mi­nis­ter Mar­tin Du­lig re­agier­te ei­ni­ger­ma­ßen (früh): Er bot sich mit sei­nem nie­der­säch­si­schen Amts­kol­le­gen als Ver­mitt­ler an, soll­te es kei­ne Lö­sung ge­ben. Für Du­lig kann der Zank üb­ri­gens ei­ne Leh­re sein: Auch das Ver­hal­ten ge­gen­über Zu­lie­fer­fir­men muss künf­tig Kri­te­ri­um für Sub­ven­tio­nen an sol­che Mäch­te wie VW wer­den. Bericht Sei­ten 10/11

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