zer­stört“

„In Se­kun­den war al­les

Dresdner Morgenpost - - POLITIK & WELT -

ROM/AMA­TRI­CE - Die Hel­fer bud­deln mit blo­ßen Hän­den, denn noch im­mer hö­ren sie Stim­men un­ter den Trüm­mern: In Mit­tel­ita­li­en hat ein ver­hee­ren­des Erd­be­ben (Stär­ke: 6,2) zahl­rei­che Or­te kom­plett zer­stört. Laut Re­gie­rungs-Chef Mat­teo Ren­zi (41) sind min­des­tens 120 Men­schen ge­stor­ben. Die Ret­tungs­teams ar­bei­ten ge­gen die Zeit.

Es sind die­se schreck­li­chen Bil­der, die sich in Ita­li­en in die Er­in­ne­rung ein­ge­brannt ha­ben. Ein­ge­stürz­te Häu­ser, Men­schen, die aus Trüm­mern ge­zo­gen wer­den, Spür­hun­de, Trä­nen, Ver­zweif­lung. Erd­be­ben kennt man hier, aber die­ses Be­ben war be­son­ders hef­tig.

Die­ses Mal traf es die mit­tel­ita­lie­ni­sche Re­gi­on um La­ti­um, Um­bri­en, Abruz­zen und den Mar­ken. Bis nach Rom und die Adria-Küs­te wa­ren die Erd­stö­ße ge­gen 3.30 Uhr nachts zu spü­ren. Im Zen­trum des Be­bens: die Dör­fer Ama­tri­ce, Ac­cu­mo­li und Pes­ca­ra del Tron­to. Dort sieht es aus wie nach ei­nem Bom­ben­an­griff im sy­ri­schen Alep­po. Die Zahl der To­ten steigt kon­ti­nu­ier­lich. Noch im­mer wer­den vie­le Men­schen ver­misst.

Nicht weit von hier er­eig­ne­te sich 2009 das fa­ta­le Erd­be­ben von L’Aqui­la, bei dem mehr als 300 Men­schen ums Le­ben ka­men. Es hat­te die glei­che Stär­ke wie das jet­zi­ge. „Vie­le sind noch un­ter den Trüm­mern. Wir be­rei­ten ei­nen Ort für die Lei­chen vor“, stockt dem Bür­ger­meis­ter von Ama­tri­ce, Ser­gio Pi­roz­zi, fast der Atem. Ein Ein­woh­ner, Mar­co, er­zähl­te Re­por­tern vor Ort: „Ich ha­be durch ein Wun­der über­lebt. Ich bin ge­ra­de auf­ge­stan­den, als al­les ein­ge­stürzt ist. Zehn Se­kun­den ha­ben ge­reicht, um al­les zu zer­stö­ren.“

Der Bür­ger­meis­ter von Ac­cu­mo­li, Ste­fa­no Pe­truc­ci, be­rich­tet mit zit­tern­der Stim­me, kein ein­zi­ges Haus sei mehr be­wohn­bar. Die Bau­sub­stanz ist ma­ro­de. Die Häu­ser sind teils Jahr­hun­der­te alt - und stürz­ten in sich zu­sam­men wie Kar­ten­häu­ser. Jour­na­lis­ten vor Ort spra­chen von „apo­ka­lyp­ti­schen Sze­nen“, Hel­fer schau­fel­ten mit blo­ßen Hän­den die Trüm­mer zur Sei­te, um Über­le­ben­de zu fin­den. Die Ret­ter kom­men schwer zu den be­trof­fe­nen Or­ten Stra­ßen sind blo­ckiert, Brü­cken ein­sturz­ge­fähr­det.

Ret­tungs­kräf­te tun al­les Men­schen­mög­li­che, um Über­le­ben­de un­ter den Trüm­mern zu ber­gen.

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