Schmerz­lich ver­misst

Dresdner Morgenpost - - POLITIK - Von Tho­mas Schmitt

A uf den ers­ten Blick scheint es gar nicht so dra­ma­tisch zu sein: Das BKA be­ru­higt an­ge­sichts der ver­schol­le­nen min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­ge, die aus un­ter­schied­li­chen Grün­den un­auf­find­bar sind. In der Tat muss nicht gleich ein Ver­bre­chen da­hin­ter­ste­cken, wenn die un­be­glei­te­ten Kin­der und Ju­gend­li­chen ab­gän­gig sind. O ft­mals wol­len bei­spiels­wei­se Aus­rei­ßer aus Ju­gend­ein­rich­tun­gen zu Ver­wand­ten, Be­kann­ten oder Freun­den. Es muss nicht ver­wun­dern, wenn die jun­gen Mi­gran­ten - völ­lig al­lein und oh­ne den Schutz ih­rer Fa­mi­lie - ir­gend­et­was Ver­trau­tes su­chen. Kri­mi­nel­le Mo­ti­ve spie­len dann eher we­ni­ger ei­ne Rol­le. A ber Ge­fah­ren lau­ern be­kannt­lich über­all. All­zu leicht kön­nen die Min­der­jäh­ri­gen selbst Op­fer von Kri­mi­nel­len wer­den, in die Hän­de von Men­schen­händ­lern fal­len oder Miss­brauch aus­ge­lie­fert sein. Auch das Ab­glei­ten in pro­ble­ma­ti­sche Mi­lieus - et­wa die Ver­füh­rung durch is­la­mis­ti­sche Het­zer - ist nicht aus­ge­schlos­sen. Schon aus die­sen Grün­den dür­fen die Be­hör­den den Über­blick über die ver­schwun­de­nen Kin­der nicht ver­lie­ren und müs­sen je­dem Ver­miss­ten hin­ter­her­spü­ren.

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