Ein Platz im Mu­se­um statt auf der Müll­hal­de

Dresdner Morgenpost - - SACHSEN -

CRIMMITSCHAU - Über zwei Me­ter groß, rund zwei­ein­halb Ton­nen schwer und ver­mut­lich mehr als 100 Jah­re alt: Das Säch­si­sche In­dus­trie­mu­se­um in Crimmitschau ist um ei­nen spek­ta­ku­lä­ren Fund rei­cher.

Der Ab­riss­un­ter­neh­mer Ron­ny Bau­er (46) hat auf dem ehe­ma­li­gen Werks­ge­län­de des frü­he­re VEB Tex­ti­ma das Fir­men­lo­go des Ma­schi­nen­bau-Un­ter­neh­mens Kett­ling und Braun aus Roch­lit­zer Por­phyr ber­gen kön­nen.

„Wir kön­nen nicht ganz genau be­stim­men, aus wel­chem Jahr die­ses Wap­pen stammt. Es könn­ten die 1920er ge­we­sen sein. Aber auch ein Zeit­punkt vor dem Ers­ten Welt­krieg ist denk­bar“, so Achim Dres­ler (60), wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter des Mu­se­ums. Kett­ling und Braun wur­de 1906 ge­grün­det. Der Wert des Wap­pens sei nicht ex­akt be­zif­fer­bar. „Aber ei­ne vier- bis fünf­stel­li­ge Sum­me wä­re denk­bar.“

Ur­sprüng­lich soll­te das Wap­pen den neu­en Fir­men­sitz von Bau­ers Un­ter­neh­mens­grup­pe schmü­cken. Doch Hein­rich Ot­to (80) vom Hei­mat­ver­ein Crimmitschau konn­te Bau­er über­zeu­gen, das Wap­pen als Leih­ga­be dem in der Tuch­fa­brik Ge­brü­der Pfau an­säs­si­gen Mu­se­um zu über­las­sen.

„Kett­ling und Braun wa­ren ei­nes der grö­ße­ren Ma­schi­nen­bau-Un­ter­neh­men hier in Crimmitschau“, weiß Ot­to. Pro­du­ziert wur­den dort Tex­til­rei­ni­gungs­ma­schi­nen. Frank Har­nack

Ab­riss­un­ter­neh­mer Ron­ny Bau­er (46) ret­te­te das zwei Ton­nen schwe­re Fir­men­lo­go aus Por­phyr der Fir­ma Kett­ling und Braun.

Das ge­ret­te­te Por­phyr-Wap­pen steht jetzt an ei­ner Wand im In­dus­trie­mu­se­um Tuch­fa­brik Ge­brü­der Pfau.

Ul­rich Wolf (62) vom För­der­ver­ein West­säch­si­sches Tex­til­mu­se­um be­gut­ach­tet ei­ne al­te Dampf­ma­schi­ne.

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