War­um Ra­de­beuls äl­tes­ter Bä­cker auch Wein ver­kauft

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

Gus­tav Fer­di­nand Leu­sch­ner er­hielt vom Kö­nig­li­chen Ge­richts­amt Dres­den im Ju­ni 1867 die Er­laub­nis zum Wein­aus­schank in sei­ner Bä­cke­rei in Ra­de­beul. 150 Jah­re da­nach ver­kauft Fa­mi­lie Trep­te am sel­ben Stand­ort noch im­mer Wein und Bröt­chen - die äl­tes­te Bä­cke­rei im Ort trotzt dem Bä­ckerster­ben!

Als Fa­mi­lie Trep­te 1999 die Bä­cke­rei an der Win­zer­stra­ße über­nahm, gab es noch 16 klas­si­sche Bä­cker in Ra­de­beul. Heu­te sind’s laut Hand­werks­kam­mer nur noch zehn Be­trie­be. „Ten­denz fal­lend“, sagt Bä­cker­meis­ter Hei­ko Trep­te (50). Doch sein Be­trieb hält sich wa­cker. „Das Ge­schäft ist schwie­ri­ger ge­wor­den, vor al­lem für klei­ne­re Be­trie­be. Die Dis­coun­ter rüs­ten auch qua­li­ta­tiv auf. Doch wir ha­ben kei­ne Angst. Wir wer­den sie über­le­ben.“

Fast täg­lich steht Hei­ko um Mit­ter­nacht auf, geht nach un­ten in die Back­stu­be, wirft den Ofen an. Die ers­ten Kun­den wol­len 6.30 Uhr fri­sche Bröt­chen und Ku­chen ha­ben. „Oh­ne Fa­mi­lie wä­re das al­les nicht mög­lich ge­we­sen“, be­tont Hei­ko. Sei­ne Frau Ka­trin (50) ver­kauft an der The­ke. Und auch Toch­ter Li­na (17) hilft, lässt sich zur Fach­ver­käu­fe­rin aus­bil­den. Toch­ter Son­ja (19) lernt Kon­di­to­rin in Bay­ern. Ei­nes Ta­ges sol­len die Töch­ter die Bä­cke­rei wei­ter­füh­ren, so Pa­pas Hoff­nung.

Die His­to­rie hat er oh­ne­hin auf sei­ner Sei­te. Schon vor 150 Jah­ren ver­kauf­ten sei­ne Vor­gän­ger hier Zei­l­ensem­mel, Eier­sche­cke und Rog­gen­kas­ten­brot. Mit Krea­tio­nen wie Mar­me­la­de im Teig, um­man­telt von Mar­zi­pan („Sweet Su­shi“), sol­len den Kun­den auch neue Le­cke­rei­en an­ge­bo­ten wer­den. Und auch Wein von den na­hen Reb­hän­gen (La­ge „Ra­de­beu­ler Gol­de­ner Wa­gen“) bie­tet Hei­ko Trep­te tra­di­tio­nell an. Für die nächs­ten 150 Jah­re sieht er die Bä­cke­rei gut ge­rüs­tet. tyx

Bä­cker­meis­ter Hei­ko Trep­te (50) führt die Tra­di­ti­on am Stand­ort auch nach 150 Jah­ren fort.

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