Sach­sen in Not! Nach­fol­ger ver zwei­felt ge­sucht!

Dresdner Morgenpost - - SACHSEN -

DRES­DEN - Je­des Jahr wer­den in Sach­sen 1000 Be­trie­be an Nach­fol­ger über­ge­ben. Doch oft funk­tio­niert das nicht, zeigt ei­ne Stu­die. Mit­un­ter wird jah­re­lang ein Nach­fol­ger ge­sucht - wie bei den Kunst­blu­men-Ma­chern aus Wall­ro­da. Ei­ni­ge Fir­men wer­den so­gar still­ge­legt.

„Oft wird über die Nach­fol­ge nicht nach­ge­dacht, weil es un­an­ge­nehm ist“, so Claus Gröhn (60), Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer Leip­zig. Kon­kret sind es knapp drei Vier­tel der Un­ter­neh­mer über 50 Jah­re, die kei­nen kon­kre­ten Plan ha­ben. Das er­gab ei­ne Be­fra­gung von 2 764 Fir­men mit Se­ni­or-Chefs. Auf­trag­ge­ber wa­ren die Kam­mern und der Lan­des­ver­band der Frei­en Be­ru­fe.

20 Pro­zent pla­nen dem­nach so­gar die Schlie­ßung, 27 Pro­zent ei­ne fa­mi­li­en­in­ter­ne Lö­sung. Da­bei ge­he es um den Er­halt vie­ler Jobs, so Wirt­schafts­mi­nis­ter

Mar­tin Du­lig (43, SPD). Und die Zahl der Fir­men, die ei­nen Nach­fol­ger su­chen, wird grö­ßer: „Die Grün­der­ge­ne­ra­ti­on nach der Wen­de steu­ert auf den Ru­he­stand zu.“

Pro­ble­me ge­be es vor al­lem im Hand­werk, so Gröhn. „Dort, wo schwe­re kör­per­li­che Ar­beit an­steht.“Doch auch be­son­ders fi­li­gra­nes Hand­werk hat es schwer: Seit Jahr­zehn­ten fer­ti­gen Ge­rald (74) und Hei­de Stey­er (73) in Wall­ro­da Kunst­blu­men - auch für die Royals. Doch sie fin­den ein­fach kei­nen Nach­fol­ger!

„Wir ha­ben so viel zu tun, dass wir bis En­de 2018 wei­ter­ma­chen wer­den“, so Ge­rald Stey­er. Es mel­de­ten sich zwar im­mer wie­der In­ter­es­sen­ten, aber ei­ne Lö­sung gibt es nicht. Das Ge­schäft läuft da­für: Der welt­be­rühm­te Hut-De­si­gner Phi­lip Tre­acy wur­de gera­de für das Pfer­de­ren­nen Roy­al As­cot be­lie­fert. Und das ita­lie­ni­sche Schuh­la­bel Aquaz­zu­ra mit 15 000 Or­chi­de­en. Fehlt bloß der Nach­fol­ger. Stey­er: „Wir dür­fen al­so wei­ter­ar­bei­ten.“

Bes­ser ge­klappt hat es in Aue: Dort hat Bä­cker­meis­ter Falk Schel­len­ber­ger (56) sei­ne gleich­na­mi­ge Bä­cke­rei und Kon­di­to­rei an Sohn Alex­an­der (31) wei­ter­ge­ge­ben. Die Über­nah­me wur­de drei­ein­halb Jah­re lang vor­be­rei­tet.

Der Klas­si­ker: Falk Schel­len­ber­ger (56) über­gab sei­ne Bä­cke­rei an Sohn Alex­an­der (31). In Aue hat’s dank lan­ger Pla­nung ge­klappt. Wirt­schafts­mi­nis­ter Mar­tin Du­lig (43, SPD) ap­pel­liert an Sach­sens Fir­men-Chefs, sich früh­zei­tig Ge­dan­ken um die Nach­fol­ge zu ma­chen. Es ge­he um vie­le Jobs.

Hei­de Stey­er (73) und ihr Mann su­chen seit Jah­ren er­folg­los ei­nen Nach­fol­ger für ih­re Kunst­blu­men-Ma­nu­fak­tur.

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