Är­ger um Le­nin-Plä­ne

Dresdner Morgenpost - - ERSTE SEITE -

Soll Dres­den ei­ne min­des­tens 150 000 Eu­ro teu­re Le­nin-Sta­tue zu­rück­kau­fen? Die For­de­rung der Lin­ken sorgt für Wir­bel.

„Die Idee, Steu­er­mit­tel zum An­kauf ei­ner Le­nin-Sta­tue ein­zu­set­zen, ist ab­surd. Le­nin hat für Sta­lin und für wei­te­re Dik­ta­to­ren den Grund­stein ge­legt und sich selbst an Mil­lio­nen un­schul­di­ger Men­schen schul­dig ge­macht“, wet­tert der Bun­des­vor­sit­zen­de der Uni­on der Op­fer­ver­bän­de Kom­mu­nis­ti­scher Ge­walt­herr­schaft, Die­ter Dom­brow­ski (65).

Auch FDP-Bun­des­tags­kan­di­dat Ro­bert Ma­lor­ny (37) ist em­pört: „Der Ab­bau von so­zia­lis­ti­schen Denk­mä­lern di­rekt nach der fried­li­chen Re­vo­lu­ti­on war ei­ne be­wuss­te Ent­schei­dung. Die­ses aus­ge­rech­net durch die Lin­ken um­keh­ren zu wol­len, ver­höhnt den Ein­satz und das Ri­si­ko der­je­ni­gen, wel­che die Be­frei­ung fried­lich er­kämpft ha­ben.“Jan Donhauser (48, CDU): „In un­se­rer frei­heit­lich de­mo­kra­ti­schen Grund­ord­nung hat Le­nin nichts zu su­chen. Le­nin ge­hört ma­xi­mal ins Mu­se­um.“Grü­nen-Chef Tho­mas Lö­ser (45): „Wir soll­ten als Kom­mu­ne da­für kein Geld aus­ge­ben. Wir brau­chen kei­ne kom­mu­nis­ti­sche Folk­lo­re.“

Au­ßer­dem rückt der An­fang der 90er Jah­re ge­schlos­se­ne Ver­trag mit dem schwä­bi­schen Fa­b­ri­kan­ten Jo­sef Kurz (1930-1994) in den Mit­tel­punkt. Dres­den hat­te das Mo­nu­ment mit der Be­din­gung ei­ner öf­fent­li­chen Aus­stel­lung ver­schenkt.

Kul­tur­bür­ger­meis­te­rin An­ne­kat­rin Klepsch (39, Lin­ke): „Wir wer­den den Vor­gang recht­lich prü­fen las­sen.“Laut Klepsch kommt ei­ne Auf­stel­lung der Sta­tue nur in­fra­ge, wenn Le­nin „künst­le­risch kom­men­tiert wird, et­wa da­durch, dass das Mo­nu­ment zer­legt aus­ge­stellt wird“. Dirk Hein

Soll „Le­nin“wie­der nach Dres­den

kom­men? Die Stadt dis­ku­tiert.

Die­ter Dom­brow­ski (65)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.