Meu­te­rei auf der „Nord­stern“

Dresdner Morgenpost - - SACHSEN - Von Eric Hof­mann

Was kann man nur tun, wenn der Chef ei­nem zu oft auf die Ner­ven geht? Das hat­te sich wohl der Ka­pi­tän des pol­ni­schen Frach­ters „GMS Nord­stern“über­legt und ent­schied sich da­für, ein­fach vom Ra­dar zu ver­schwin­den. Ein Groß­ein­satz der Po­li­zei war die Fol­ge.

110 Jah­re ist die 67 Me­ter lan­ge „Nord­stern“alt, doch so et­was hat das Gü­ter­mo­tor­schiff wohl in sei­ner ge­sam­ten Ge­schich­te noch nicht er­lebt: Am 3. Ju­ni ver­schwand es ein­fach vom Ra­dar. Der Be­sit­zer (39) des in Wro­claw ge­mel­de­ten Bin­nen­frach­ters ge­riet in Pa­nik, denn auch am La­de­ort Mag­de­burg kam das Schiff nicht an. So mel­de­te er sich bei der Gör­lit­zer Po­li­zei.

Der Ver­dacht: Ir­gend­wer hat den 250000 Eu­ro Kahn ein­fach ge­stoh­len. „Die Be­am­ten schrie­ben das Mo­tor­schiff in den in­ter­na­tio­na­len Da­ten­ban­ken zur Fahn­dung aus“, sagt Po­li­zei­spre­cher Tho­mas Knaup (40). We­nig spä­ter hat­te die Was­ser­schutz­po­li­zei wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen: „Das Schiff war auf dem Weg über den Mit­tel­land- und El­be-Ha­vel-Ka­nal in Rich­tung Oder. Auch die Schleu­sen Ho­hen­war­te und Wus­ter­witz hat­te der Kahn zwi­schen­zeit­lich pas­siert.“

Des­halb wur­den die pol­ni­schen Kol­le­gen in­for­miert. Die fan­den den Frach­ter schließ­lich fried­lich im Stet­ti­ner Ha­fen lie­gen. Er­klä­rung der gan­zen Aktion: Der Ka­pi­tän war mit dem Ei­g­ner in Streit ge­ra­ten und hat­te schließ­lich ein­fach den GPS-Sen­der ab­ge­stellt und war auf ei­ge­ne Faust wei­ter­ge­fah­ren. Ob das ei­ne Straf­tat ist, muss jetzt erst­mal die Staats­an­walt­schaft prü­fen.

Von Hannover nach Stet­tin schip­per­te der Ka­pi­tän ein­fach auf ei­ge­ne Faust.

Die „GMS Nord­stern“war plötz­lich

ver­schwun­den.

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