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Dresdner Morgenpost - - FUSSBALL -

NÜRN­BERG - San­dro Wa­gner tipp­te sich auf die Brust und wim­mel­te den Bitt­stel­ler aus San Ma­ri­no mit ei­nem en­er­gi­schen Kopf­schüt­teln ab. Nein, die­ses ver­schwitz­te, ra­sen­fle­cki­ge Tri­kot mit der Num­mer 9 wür­de er an sei­nem größ­ten Abend ganz ge­wiss nicht her­ge­ben.

„Es gibt ei­ne lan­ge War­te­lis­te“, sag­te Wa­gner nach sei­nen drei To­ren im zwei­ten Län­der­spiel für die deut­sche Na­tio­nal­mann­schaft la­chend. Der Spät­be­ru­fe­ne sah sei­ne Tro­phäe aber auch als Ansporn. Der 29-Jäh­ri­ge hat bei den Welt­meis­tern Ein­druck hin­ter­las­sen - und das bei­lei­be nicht nur we­gen sei­ner To­re. Wie er sich in­mit­ten me­di­al ge­bü­gel­ter Jung­pro­fis oh­ne plum­pe Groß­mäu­lig­keit als Laut­spre­cher po­si­tio­nier­te oder wie sanft er in der deutsch-dä­ni­schen Schu­le von Ko­pen­ha­gen mit den Kin­dern um­ging, das hat­te Klas­se. Be­mer­kens­wert auch sei­ne Aus­sa­gen zu Fans: „Der Ni­veau­ver­fall ist ver­rückt.“Be­son­ders Ul­tra-Grup­pen miss­brauch­ten den Sport: „Man darf die­sen Chao­ten kei­ne Platt­form ge­ben. An­sons­ten ma­chen sie uns den Fuß­ball ka­putt.“Das war ein ty­pi­scher Wa­gner.

Die di­rek­te Art schätzt auch der Bun­des­trai­ner. „Er ist ein Spie­ler mit ei­ner ge­wis­sen Rei­fe. Ei­ne Per­sön­lich­keit, die ei­ne Mei­nung hat und auch zu die­ser steht“, sag­te Joa­chim Löw, „zu­dem hat er auf dem Platz Wucht und Dy­na­mik. Er ist nicht ein­fach zu ver­tei­di­gen.“

Wa­gner war ei­nen Kopf grö­ßer als je­der Ge­gen­spie­ler. Das kam ihm be­son­ders beim ers­ten Tor (17.) zu­gu­te, ei­ner „Rie­sen­er­leich­te­rung“, ei­nem „Traum“, für den er dem Vor­be­rei­ter Jos­hua Kim­mich stür­misch dank­te. Zwei wei­te­re To­re (29., 85.) ließ Wa­gner an die­sem Abend noch fol­gen.

Be­schei­den ord­ne­te er sich an­schlie­ßend in der DFB-Hier­ar­chie hin­ter Ma­rio Go­mez vom VfL Wolfs­burg ein, „der hat ’ne tol­le Vi­ta in der Na­tio­nal­mann­schaft“. Er selbst sei stets sein größ­ter Kon­kur­rent. Löw al­ler­dings ließ Wa­gner hof­fen: „Stür­mer Num­mer eins da will ich mich nicht fest­le­gen. San­dro hat in die­ser Wo­che ei­nen gro­ßen Schritt nach vorn ge­macht.“Der nächs­te soll beim Con­fed-Cup ge­tan wer­den.

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