Thea­ter-Koch narr­te Job­cen­ter

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

Er hat­te den Job, den er moch­te: Mi­ke S. (42) war Koch im Car­te Blan­che. Jah­re­lang zau­ber­te er all­abend­lich Spei­sen im Va­rie­té-Thea­ter. Dann kam raus: Er kas­siert auch noch Geld vom Job­cen­ter. Jetzt stand er we­gen Be­trugs vorm Amts­rich­ter.

„Ko­chen ist mei­ne Lei­den­schaft“, sag­te Mi­ke S. „Über Be­kann­te kam ich in das Re­vue­thea­ter. Ich ha­be an­ge­fan­gen als Tel­ler­wä­scher und mich zum Koch hoch­ge­ar­bei­tet.“Fast vier Jah­re frön­te Mi­ke sei­ner Lei­den­schaft. So weit, so schön.

Doch der ge­lern­te Kauf­mann, der bis da­hin Stüt­ze be­zog, teil­te das dem Job­cen­ter nicht mit. In so­ge­nann­ten „Fol­ge­an­trä­gen“un­ter­schlug er sei­nen re­gu­lä­ren Job. Fol­ge: 9 281,56 Eu­ro wur­den ihm zu viel über­wie­sen.

Durch ei­ne an­ony­me An­zei­ge wur­de der Zoll auf den Koch auf­merk­sam, frag­te im Car­te Blan­che nach. Und sie­he: Mi­ke war da als ver­si­cher­ter Ar­beit­neh­mer ge­mel­det. „Ich hat­te da­mals ei­ne Vo­gel-Strauß-Men­ta­li­tät, hab al­les in mei­nem Le­ben schlei­fen las­sen“, so Mi­ke, der in­zwi­schen in ei­nem an­de­ren Re­stau­rant sei­ner Lei­den­schaft nach­geht. „Ich bin froh, dass al­les auf­flog. Ich zah­le das Geld auch zu­rück.“

Zu­sätz­lich muss er nun 3500 Eu­ro Stra­fe zah­len. So lau­te­te das Ur­teil über den Koch.

Im be­lieb­ten Car­te Blan­che hat­te der Koch ge­ar­bei­tet, heim­lich aber Stüt­ze kas­siert.

Koch Mi­ke S. (42) wur­de beim Job­cen­ter „an­ge­schwärzt“und muss­te vor den Rich­ter.

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