Pre­mie­re auf dem Thea­ter­platz mit we nig Echo bei Pas­san­ten

Dresdner Morgenpost - - KULTUR -

DRES­DEN - Wun­der­sa­me Din­ge ge­sche­hen in die­ser Stadt: Pil­ze wach­sen plötz­lich aus dem St­ein­bo­den vor der Sem­per­oper, ein ro­ter Luft­bal­lon und ein wei­ßer Tau­ben­schwarm flie­gen in den strah­lend blau­en Abend­him­mel, ein Stadt­füh­rer mit Fähn­chen und ei­ne Da­me mit ein­ge­roll­ten AfD-Fah­nen ge­hen um­her. Der Thea­ter­platz wan­delt sich zur Büh­ne für Pe­ter Hand­kes Stück

„Die Stun­de da wir nichts von­ein­an­der wuß­ten“. Die Pre­mie­re war am Sonn­tag.

Da­bei gibt es kei­ne Gren­ze zwi­schen Spie­lern und Zu­schau­ern, die sich beid­seits des Plat­zes sit­zend ge­gen­sei­tig neu­gie­rig be­trach­ten. Zu er­le­ben war ein bunt-le­bens­pral­les, kon­trast­rei­ches Bil­der­thea­ter oh­ne Spra­che - be­glei­tet von at­mo­sphä­ri­schen Klän­gen und Groß­stadt­ge­räu­schen - über die vie­len Ge­sich­ter der Stadt, in­sze­niert mit 120 Dresd­nern un­ter Re­gie von Uli Jäck­le.

Un­ter die all­täg­lich ge­klei­de­ten Darstel­ler mi­schen sich Ge­stal­ten aus der Dresd­ner His­to­rie wie Au­gust der Star­ke im gol­de­nen Ge­wand, ba­ro­cke Hof­da­men oder Pa­pa­ge­no. Sie lau­fen kreuz und quer über den Platz, ste­hen sich ge­gen­über und hal­ten in­ne in ih­ren Po­sen. Mo­men­te aus dem Le­ben der Stadt, mal ba­nal und all­täg­lich, mal skur­ril und sur­re­al.

Lei­der gab es we­nig span­nen­de In­ter­ak­ti­on, da­bei soll­te das Spiel un­ter frei­em Him­mel doch ge­ra­de von über­ra­schen­der Spon­ta­nei­tät le­ben und Pas­san­ten Teil des Ge­sche­hens wer­den. Bleibt zu hof­fen, dass bei den wei­te­ren vier Vor­stel­lun­gen (Frei­tag bis Mon­tag, je­weils 19.30 Uhr) öf­ter die Zu­fäl­le des Le­bens mit­spie­len wer­den. Den­noch herz­li­cher Bei­fall für den ori­gi­nell-wa­ge­mu­ti­gen Ver­such der kul­tu­rel­len Rück­erobe­rung des Thea­ter­plat­zes. Lil­li Vostry

Al­ler­lei ku­rio­se Ge­stal­ten strei­fen in „Die Stun­de da wir nichts von­ein­an­der wuß­ten“über den Thea­ter­platz.

Da­bei: ein Clown mit Sel­fiestick.

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