Rent­ner-Schreck jetzt vor Ge­richt

Dresdner Morgenpost - - ERSTE SEITE -

Es gibt schö­ne­re Or­te, Ge­burts­tag zu fei­ern. Ja­kub B. hock­te an sei­nem 29. Ju­bel­tag vorm Amts­rich­ter in Dresden. Statt Blu­men gab es ges­tern ei­ne di­cke An­kla­ge. Dem­nach ist der pol­ni­sche Ta­xi­fah­rer Teil ei­ner Ban­de, die hie­si­ge Rent­ner mit Schock­an­ru­fen um ihr Er­spar­tes brach­te.

„Ich bin sonst im­mer vor­sich­tig“, sag­te Irm­gard W. (85). „Aber als der An­ru­fer sag­te, mein Sohn hat­te ei­nen Un­fall, ist im Kran­ken­haus, woll­te ich nur noch mei­nem Jun­gen hel­fen.“Noch im­mer är­gert sich die Se­nio­rin, ei­nem fal­schen Po­li­zis­ten auf den Leim ge­gan­gen zu sein.

Der er­klär­te dreist am Te­le­fon, dass der Ver­un­fall­te sei­nen Füh­rer­schein ge­gen 2 000 Eu­ro zu­rück­be­kä­me. Weil Oma Irm­gard so viel Geld nicht im Haus hat­te, sag­te der An­ru­fer: „Wir sind ja die Po­li­zei, uns kön­nen Sie doch Ih­re EC-Kar­te ru­hig ge­ben. Wir brin­gen sie wie­der.“

Laut An­kla­ge hol­te Ja­kub B. Kar­te und Bar­geld bei der über­rum­pel­ten Se­nio­rin ab. „Als er nicht wie­der­kam, däm­mer­te mir der Feh­ler. Ich rief bei den Kin­dern an. Al­le wa­ren zum Glück ge­sund. Es ist un­ver­schämt, so mit al­ten Leu­ten um­zu­ge­hen.“

Die glei­che fie­se Num­mer zog die Ban­de bei acht wei­te­ren Se­nio­ren in Gör­litz, Dresden und Chem­nitz ab. Drei von ih­nen fie­len nicht dar­auf her­ein. Der Rest zahl­te in Sor­ge um die Ver­wandt­schaft über 5 600 Eu­ro.

Zum Glück schal­te­ten al­le Op­fer schnell die „ech­te“Po­li­zei ein. Die Schock-An­ru­fe ka­men von ei­ner pol­ni­schen Ruf­num-

Rent­ner-Ab­zo­cker Ja­kub B. (29, r.) sitzt seit Ja­nu­ar in U-Haft.

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