En Fi­del Cas­tro zu

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

sper­run­gen. Die Leu­te wa­ren neu­gie­rig, aber an Hoch­ru­fe er­in­ne­re ich mich nicht. Ich sah, wie ei­ne Frau an den Si­cher­heits­leu­ten durch ist, plötz­lich bei Fi­del stand, ihn um ein Au­to­gramm bat“, so Häss­ler. „Auf ein­mal herrsch­te Un­ord­nung. ‚Na, das hät­tet Ihr nicht ge­dacht‘, rie­fen Leu­te noch pro­vo­kant von der Sei­te zu den SED-Ge­nos­sen. Das war de­nen sehr un­an­ge­nehm. Doch Fi­del blieb ru­hig, un­ter­schrieb. Die Da­me be­dank­te sich. Es war die ein­zi­ge Frau, die auf der Pra­ger Stra­ße ein Au­to­gramm be­kam.“

Ein paar Me­ter wei­ter stopp­te Fi­del an der Rund­ki­no-Bau­stel­le: „Er hielt mit­hil­fe des Dol­met­schers ein kur­zes Ge­spräch über den Bau­zaun mit neu­gie­ri­gen Ar­bei­tern. Die wa­ren nicht be­stellt. Ei­ner lehn­te sein Bein ganz le­ger ge­gen den Zaun. Das galt als pie­tät­los“, sagt Häss­ler. „Dar­um wä­re das Fo­to da­mals auch nie­mals ge­druckt wor­den!“

Denn ei­ne freie Pres­se gab es zu DDR-Zei­ten nicht. Die Säch­si­sche Zei­tung als Or­gan der SED-Be­zirks­lei­tung („Pro­le­ta­ri­er al­ler Län­der, ver­ei­nigt euch!“stand über je­der Ti­tel­sei­te) be­rich­te­te ein­sei­tig über die „macht­vol­le Ma­ni­fes­ta­ti­on der fes­ten und un­zer­stör­ba­ren Freund­schaft ...“.

Am Abend wur­de Fi­del Cas­tro mit sei­ner De­le­ga­ti­on am Flug­ha­fen Klotz­sche ver­ab­schie­det. Zu­rück nach Dres­den kam der „Co­man­dan­te“nie.

Fi­del Cas­tro

In sei­nem Haus zeig­te Ul­rich Häss­ler (74) MOPO-Re­por­ter Her­mann Ty­decks (34) sei­ne un­ge­wöhn­li­chen Auf­nah­men Fi­del Castros.

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