Von Kran­ken und Kas­sen

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Tors­ten Hil­scher

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ie IKK clas­sic in Sach­sen krem­pelt ih­re Kran­ken­kas­se um. Aus zwölf wer­den sechs Be­zir­ke, Mit­ar­bei­ter müs­sen ge­hen, man­che wer­den ver­setzt. Es gibt neue For­ma­te wie Kun­den­be­treu­er, die auf dem Land zum Kun­den fah­ren.

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ll das ist vor al­lem der ra­san­ten Di­gi­ta­li­sie­rung ge­schul­det, die eben auch ganz nor­ma­le Ab­läu­fe wie das Ein­le­sen von Kran­ken­schei­nen au­to­ma­ti­siert. Und es ist ein Tri­but ans neue An­spruchs­den­ken von uns al­len, den mo­der­nen, selbst­be­wuss­ten Kun­den, die am Te­le­fon nicht mehr end­los in der Schlei­fe hän­gen wol­len und die Ge­wiss­heit brau­chen, mit Kun­den­be­treu­ern in Sach­sen zu spre­chen, statt mit Call­cen­tern in Du­blin. Das be­zieht sich üb­ri­gens nicht auf die IKK, son­dern gilt all­ge­mein.

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ber zu­rück zur IKK. Die Kran­ken­kas­se re­agiert auch auf den Preis der Lang­sam­keit, den sie hat zah­len müs­sen: Weil ih­re Da­ten nach Fu­sio­nen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht mit Lan­des­ver­bän­den aus dem Wes­ten „zu­sam­men­pass­ten“...

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uch lie­fen ihr vie­le Mit­glie­der da­von, nicht zu­letzt we­gen ver­gleichs­wei­se ho­her Bei­trä­ge. Aber genau dar­über ist Mit­glied­schaft steu­er­bar. Wer zu­dem weiß, dass es Ab­tei­lun­gen gibt, die sich lang­wei­len und dass nach all den Fu­sio­nen Was­ser­köp­fe ge­bil­det wur­den, muss­te han­deln.

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rund­sätz­lich soll­ten sich al­le Kas­sen der­art be­fra­gen. Auch, was ihr Leis­tungs­pro­fil an­geht: Es ist ein Spa­gat zwi­schen Zeit­geist, der je­den Trend mit­macht, und Ver­nunft. Ver­nunft be­sagt auch: Ho­möo­pa­thie ge­hört nicht aus der So­li­dar­kas­se ge­för­dert! Wer dar­auf schwört, soll sich sei­ne Kü­gel­chen selbst be­zah­len. Ge­mein­schafts­auf­ga­be von Kran­ken­kas­sen ist so­was nicht.

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