„Fuß­ball­gott“Fiel im gro­ßen Interview

Was „Fuß­ball­gott“Fiel­als Trai­ner ler­nen muss­te

Dresdner Morgenpost - - ERSTE SEITE -

DRES­DEN - Für die Fans ist er im­mer noch ihr „Fuß­ball­gott“, er hat das Ge­sicht von Dy­na­mo jah­re­lang ge­prägt: Nun ver­sucht Cris­ti­an Fiel (37), die Jungs der „U 17“vor­an­zu­brin­gen und das auch in den kom­men­den drei Jah­ren. Im Interview mit der MOPO ver­rät der ehe­ma­li­ge Spie­ler, wie der Trai­ner Fiel tickt.

Sie ha­ben mit dem Team die Klas­se ge­hal­ten und den NOFV-Po­kal ge­holt. Wie zu­frie­den sind Sie mit ih­rer ers­ten Sai­son als Chef­trai­ner?

Fiel: „Ich bin dank­bar und glück­lich, wie es ge­lau­fen ist. Auch wenn wir in der Vor­run­de ei­ne Pha­se hat­ten, in der wir nicht so vie­le Punk­te ge­holt ha­ben. Das war bru­tal, auch für mich. In dem Mo­ment dach­te ich: Das gibt es doch nicht. Das war wirk­lich ei­ne schwe­re Zeit. Der ‚Hö­he­punkt‘ war das 0:7 bei RB, da dach­te ich wirk­lich: Al­les klar, jetzt wird es ganz schwer mit dem Klas­sen­er­halt. Dann ha­ben wir tak­tisch biss­chen was ver­än­dert, die Kur­ve be­kom­men und am En­de mit dem Ab­stieg nichts zu tun ge­habt. Dar­auf kön­nen die Jungs stolz sein.“

Wie ha­ben Sie die ers­te klei­ne Kri­se als Chef­trai­ner ge­meis­tert?

Fiel: „Das wol­len Sie nicht wirk­lich wis­sen (lacht). Nein, im Ernst, das war schon ein schwie­ri­ge­rer Mo­ment in der Sai­son. Aber wie im Pro­fi-Fuß­ball auch, geht es sams­tags schon wie­der wei­ter und du hast die Mög­lich­keit, es bes­ser zu ma­chen. Al­so ging es dar­um, die Feh­ler an­zu­spre­chen und im Trai­ning hart dar­an zu ar­bei­ten, sie ab­zu­stel­len.“

War es für Sie ei­ne gro­ße Um­stel­lung, nicht nur auf dem Platz zu ste­hen,

son­dern sich der Theo­rie und Vor­be­rei­tung zu wid­men und stun­den­lang im Bü­ro zu sit­zen?

Fiel: „Das auf je­den Fall. Es ist et­was völ­lig an­de­res, wenn man die Ver­ant­wor­tung für ei­ne Mann­schaft hat. Mein Ziel ist es, dass man sieht, was wir als Trai­ner spie­len möch­ten. Wir in­ves­tie­ren in der Wo­che viel Zeit, be­rei­ten die ein­zel­nen Trai­nings­ein­hei­ten vor, se­hen uns Spie­le der Geg­ner an, um uns ein Bild von ih­nen zu ma­chen und die Tak­tik für das Wo­che­n­en­de zu be­spre­chen.“

Sie spre­chen von wir, wer un­ter­stützt Sie bei Ih­rer täg­li­chen Ar­beit?

Fiel: „Mein Co-Trai­ner Tho­mas Hen­ning, mit dem ich voll auf ei­ner Wel­len­län­ge lie­ge. Mit ihm konn­te ich mich über al­les aus­tau­schen. Dann un­se­re Phy­sio­the­ra­peu­tin Jea­net­te Ha­seloff und un­ser Mann­schafts­lei­ter Tom Tölg. Egal, ob ein Tri­kot fehl­te, ein Spie­ler ver­letzt war, oder es ein­fach dar­um ging, dass al­les rei­bungs­los funk­tio­niert, auf sie konn­te ich mich zu je­der Tages- und Nacht­zeit im­mer zu 100 Pro­zent ver­las­sen. Sie ha­ben mir und uns über die ge­sam­te Sai­son un­fass­bar viel ge­hol­fen.“

Ist der Druck, die Ver­ant­wor­tung für ei­ne gan­ze Mann­schaft zu ha­ben, mit dem als Pro­fi­spie­ler zu ver­glei­chen?

Fiel: „Es ist et­was völ­lig an­de­res. Als Spie­ler ha­be ich ‚nur‘ den Druck und die Ver­ant­wor­tung für mich, mei­ne bes­te Leis­tung auf dem Platz zu zei­gen. Als Trai­ner ha­be ich für das ge­sam­te Team, al­so die 18 Jungs, die ich für das je­wei­li­ge Spiel no­mi­nie­re, die Ver­ant­wor­tung.“

Was muss­ten Sie denn im Um­gang mit Ih­ren Spie­lern ler­nen?

Fiel: „In al­ler ers­ter Li­nie Ge­duld, Ge­duld und noch mal Ge­duld. Man kann nicht von 15-, 16-Jäh­ri­gen das glei­che er­war­ten wie von Pro­fis. Das muss­te ich am al­ler­meis­ten ler­nen.“Ti­na Hof­mann

Frü­her konn­te er sich auf dem Platz aus­to­ben, jetzt gibt Cris­ti­an Fiel von der Sei­ten­li­nie die Kom­man­dos.

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