Wenn Krieg die Woh­nung zum Ge­fäng­nis macht

Dresdner Morgenpost - - KINO - (KiD, Tha­lia/Om­dU)

Be­vor man ihn sieht, hört man ihn - den Krieg. Er klingt nach Hub­schrau­bern, Schüs­sen, Ex­plo­sio­nen. Dann in ein bläu­li­ches Licht ge­tauch­te Bil­der ei­ner zer­stör­ten Stra­ße, von Schutt und Trüm­mern. Schließ­lich blickt die Ka­me­ra in ei­ne Woh­nung, in der sich ei­ne sy­ri­sche Fa­mi­lie ver­bar­ri­ka­diert hat. Ei­ne ein­dring­li­che An­fangs­se­quenz.

Der Spiel­film „In­nen Le­ben“(„InSy­ria­ted“) des Bel­gi­ers Phil­ip­pe van Lee­uw er­zählt vom Über­le­bens­kampf der Be­woh­ner, für die ihr Zu­hau­se der letz­te si­che­re Ort - und gleich­zei­tig Ge­fäng­nis ist. Ein be­klem­men­des Kam­mer­spiel, das ei­nen so schnell nicht wie­der los­lässt. Auf der Ber­li­na­le ge­wann „In­nen Le­ben“den Pu­bli­kums­preis der Ne­ben­rei­he Pan­ora­ma.

„In­nen Le­ben“zeigt das Da­sein ei­ner sy­ri­schen Fa­mi­lie mit­ten im Krieg, zeigt Men­schen in ei­ner ex­tre­men Si­tua­ti­on, ei­nen Tag im Le­ben der Ein­ge­schlos­se­nen. Wie es nach den 24 St­un­den der En­ge, der Angst und der Be­dro­hung wei­ter­geht, bleibt of­fen. Fa­zit: Ein be­rüh­ren­des Dra­ma.

Iris Au­ding

Ihr Zu­hau­se hält sie ge­fan­gen: Del­ha­ni (Ju­li­et­te Na­vis) und Oum Ya­zan (Hi­am Ab­bass, r.) bli­cken auf den Krieg vor der Tür.

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