Vor­wärts in die Ver­gan­gen­heit? So stritt der Stadt­rat zum Fern­seh­turm

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

Emo­tio­na­le De­bat­te im Stadt­rat zur neu­en Fern­seh­turm-Stu­die, die die enor­men Kos­ten ei­ner Re­ak­ti­vie­rung be­leuch­tet (MOPO be­rich­te­te). Die SPD-Frak­ti­on trat ihr Re­de­recht an Eber­hard Mit­tag (64), Chef des Fern­seh­turm-Ver­eins, ab - und dann gin­gen die Wo­gen hoch.

„Die Ri­si­ken in der Stu­die soll­ten nicht als Tot­schlag­ar­gu­ment, son­dern als Her­aus­for­de­rung ge­se­hen wer­den“, warb Ver­eins-Chef Mit­tag. Er bat den Stadt­rat um ein po­si­ti­ves po­li­ti­sches Zei­chen für ei­ne mög­li­che Wie­der­er­öff­nung.

CDU-Frak­ti­ons-Chef Jan Don­hau­ser (48) hielt da­ge­gen. „Wir über­ho­len, oh­ne ein­zu­ho­len“, warn­te der Po­li­ti­ker und ver­wies auf vie­le of­fe­ne und teu­re Pro­jek­te wie den dis­ku­tier­ten Rück­kauf des DDV-Sta­di­ons, die Er­wei­te­rung des Heinz-Stey­er-Sta­di­ons oder den Bau ei­nes Fern­bus­bahn­hofs.

An­dré Scholl­bach (38, Lin­ke) sprang Turm­freund Mit­tag bei: „Wir als Lin­ke be­ken­nen uns ganz klar zum Fern­seh­turm.“Er schlug vor, Steu­er­mit­tel der Dresd­ner, des Frei­staats und des Bun­des zur Wie­der­er­rich­tung ein­zu­set­zen.

Grü­nen-Chef

Tho­mas

Lö­ser

(45) räum­te zwar ein: „Der Turm ist ein wich­ti­ges Denk­mal der Ost­mo­der­ne.“Warn­te aber: „Mit kom­mu­na­lem Geld kön­nen wir uns die Wie­der­er­öff­nung nicht leis­ten. Da ma­chen wir kei­ne fal­schen Ver­spre­chen.“Hol­ger Zastrow (48, FDP/FB) for­der­te mehr Mut und Vi­sio­nen: „Der Fern­seh­turm ist ein Wahr­zei­chen! Die Mach­bar­keits­stu­die hat ein ge­wal­ti­ges Po­ten­zi­al.“Nach der Som­mer­pau­se soll po­li­tisch wei­ter dis­ku­tiert wer­den.

Üb­ri­gens: Auch TV-Turm-Pol­ter­geist Uwe Steim­le (54) war als Zu­schau­er da. Of­fi­zi­el­les Re­de­recht hat­te er nicht. dbr

Ho­che­mo­tio­nal wur­de ges­tern Abend über die Zu­kunft des Fern­seh­turms

im Stadt­rat de­bat­tiert.

Die Stu­die zur mög­li­chen Wie­der­er­öff­nung des Fern­seh­turms in Wach­witz ver­an­schlagt min­des­tens 15,5 Mil­lio­nen Eu­ro.

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