Ma­ría aus Buenos Aires tanzt den Tan­go

Dresdner Morgenpost - - KULTUR -

Ma­ría ist ihr Na­me, sie stammt aus Buenos Aires, und sie hat ei­nen Traum vom Le­ben: raus aus der Vor­stadt in die gro­ße Stadt, Lei­den­schaft er­le­ben, das Glück fin­den. Die Ope­ri­ta „Ma­ría de Buenos Aires“er­zählt da­von. Zu er­le­ben ist die­se von heu­te an in der Staats­ope­ret­te.

Die Welt des Tan­go Ar­gen­ti­no, der um die Wen­de zum 20. Jahr­hun­dert ge­bo­ren wur­de, das wa­ren die Ke­schem­men und Bars in den Ha­fen­vier­teln der Städ­te am Rio de la Pla­ta, vor­nehm­lich der Haupt­stadt Buenos Aires. Wo der Tan­go war, da leb­ten See­leu­te, Pro­sti­tu­ier­te, Halb­welt­ge­stal­ten. Ge­schich­ten, die der Tan­go er­zähl­te, han­del­ten von Lie­be und Tod und von Sehn­sucht. Sie spiel­ten nur zu oft in die­sem Mi­lieu, und das noch zu ei­nem Zeit­punkt, als sich der Tan­go ein neu­es Ge­prä­ge ge­ge­ben, sich aus dem Mi­lieu ge­löst hat­te und zu ei­ner an­er­kann­ten Kunst­mu­sik ge­wor­den war, die in Kon­zert­sä­len ge­spielt wird.

Al­sTan­go Nue­vo, neu­er Tan­go, ist die­se Mu­sik be­kannt ge­wor­den, ihr her­vor­ra­gends­ter Ver­tre­ter war der Kom­po­nist und Ban­do­ne­on-Spie­ler As­tor Piaz­zol­la (1921-1992). Sei­ne Ope­ri­ta (Ope­ret­te) „Ma­ría de Buenos Aires“(Li­bret­to von Hor­a­cio Fer­rer), die ei­ne düs­te­re, mys­tisch auf­ge­la­de­ne Ge­schich­te um die Ti­tel­hel­din er­zählt, ent­stand 1968.

Die Pro­duk­ti­on der Staats­ope­ret­te ent­steht in Re­gie und Cho­reo­gra­fie von Bal­lett­di­rek­tor Ra­dek Stop­ka. Die mu­si­ka­li­sche Lei­tung hat Pe­ter-Chris­ti­an Fei­gel, es spie­len Va­si­li­ki Rous­si (Ma­ría), Tom Quaas (El Du­en­de).

Ein biss­chen wird der Thea­ter­saal da­bei selbst zur Ka­schem­me, denn die Darstel­ler spie­len, sin­gen und tan­zen in­mit­ten des Pu­bli­kums, das dies­mal nicht im Zu­schau­er­saal, son­dern an Ti­schen sit­zend auf der Büh­ne Platz nimmt. Als Gäs­te in der Bar, in der Ma­ría tanzt, wird es so ge­wis­ser­ma­ßen Teil der Ge­schich­te. Ein Mu­sik­thea­ter, mit dem die Staats­ope­ret­te neue We­ge geht, das nicht zu­letzt Sinn­lich­keit und Ero­tik ver­spricht. Zu se­hen heu­te Abend, am 30. Ju­ni, 7. Ju­li und wie­der in der neu­en Spiel­zeit. gg

„Ma­ría de Buenos Aires“: Tan­go auf ei­ner Büh­ne auf der Büh­ne, da­vor das Pu­bli­kum.

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