Wah­re Grö­ße

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Her­mann Ty­decks

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atür­lich war die Ent­rüs­tung groß! Herz­lo­ser als es die Jo­han­ni­ter in ma­ge­ren fünf Zei­len ta­ten, kann man nun wirk­lich kei­ne Kün­di­gung for­mu­lie­ren. So­gar wenn ich mich von News­let­tern im In­ter­net ab­mel­de, be­kom­me ich noch ir­gend­was „mit Be­dau­ern“zu­ge­schickt.

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nd dann noch oh­ne Vor­war­nung. Die Jo­han­ni­ter kön­nen froh sein, dass Opa Richard - mit 101 Jah­ren ihr äl­tes­ter Pa­ti­ent in Dres­den - beim Le­sen des Schrei­bens kei­nen Herz­kas­per be­kom­men hat!

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a nütz­te es auch nichts mehr, dass die Jo­han­ni­ter im Vor­feld Pfle­ge­diens­te in der Nä­he kon­tak­tier­ten, die für ei­ne Über­nah­me des Se­ni­ors be­reit ge­we­sen wä­ren. Denn das teil­ten sie Opa Richard gar nicht mit. Eben­so we­nig wie die nach­voll­zieh­ba­ren Grün­de der Kün­di­gung: Die Pfle­ger sol­len sich voll um die Pa­ti­en­ten im Süd­os­ten - dem neu­en Kern­ge­biet - küm­mern, we­ni­ger Zeit mit Fahr­ten auf der Stra­ße „ver­schwen­den“.

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ber ge­nug der Schel­te! Denn an­statt nach Aus­re­den zu su­chen oder ein­fach ab­zu­tau­chen, ha­ben die Jo­han­ni­ter jetzt Grö­ße be­wie­sen: Sie ha­ben sich per­sön­lich ent­schul­digt, wol­len Opa Richard so­gar wei­ter pfle­gen.

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as freut mich für den Se­ni­or und auch für die Pfle­ger! Denn die hal­ten drau­ßen ih­re Köp­fe hin, muss­ten in den letz­ten Ta­gen je­de Men­ge Schel­te ein­ste­cken. Da­bei leis­ten sie gu­te Pfle­ge-Ar­beit, von der Opa Richard auch ges­tern noch schwärm­te! Durch die Ent­schul­di­gung ih­rer Chefs kön­nen die Jo­han­ni­ter nun hof­fen, dass es auch die­ser Aspekt ist, der in Er­in­ne­rung bleibt.

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