Von Keks bis Kaul­quap­pe - so wol­len El­tern ih­re Kin­der nen­nen

Dresdner Morgenpost - - SACHSEN -

LEIP­ZIG - Sach­sens El­tern wer­den bei der Wahl der Na­men für ih­re Kin­der im­mer krea­ti­ver. Ga­b­rie­le Ro­d­ri­guez (56), die Na­men­be­ra­te­rin der Uni­ver­si­tät Leip­zig, hat die un­ge­wöhn­lichs­ten Fäl­le jetzt in ei­nem Buch zu­sam­men­ge­fasst.

Ju­schin, Flau­schi oder Keks - Ga­b­rie­le Ro­d­ri­guez kennt sie al­le, die schrä­gen Ide­en, auf die El­tern bei der Na­men­su­che für ihr Kind kom­men. Seit 23 Jah­ren ar­bei­tet sie in der Na­men­be­ra­tungs­stel­le der Uni. Sie er­stellt Gut­ach­ten über Her­kunft und Eig­nung von Na­men und er­klärt El­tern, war­um Kaul­quap­pe als Vor­na­me für die Toch­ter halt nicht geht.

„Na­men ma­chen Leu­te - Wie Vor­na­men un­ser Le­ben be­ein­flus­sen“- in ih­rem Buch er­zählt sie aus ih­rem All­tag als Na­men­kund­le­rin. Da­bei wid­met sie sich auch dem „Ke­vi­nis­mus“, er­läu­tert, wie der einst be­lieb­te Mo­de­na­me bin­nen 20 Jah­ren zu ei­nem Stig­ma ver­fiel. Na­men sei­en schon im­mer durch die Ge­sell­schafts­schich­ten „durch­ge­reicht“wor­den, er­läu­tert Ro­d­ri­guez. Al­ler­dings ha­be sich das in der ver­netz­ten Welt be­schleu­nigt.

Rund 3 000 An­fra­gen be­kommt Ro­d­ri­guez pro Jahr. Die Pa­let­te reicht von El­tern wie Kers­tin und Ron, die sich als Sum­me ih­rer Vor­na­men Ke­ron für ih­ren Sohn aus­ge­dacht ha­ben, bis hin zu An­fra­gen be­sorg­ter Müt­ter, die sich fra­gen, ob dem Na­men Hen­ry wohl ei­ne ähn­li­che Kar­rie­re wie Ke­vin be­vor­steht.

Der Um­gang der Stan­des­äm­ter mit Na­men sei ei­nem stän­di­gen Wan­del un­ter­wor­fen, be­rich­tet Ro­d­ri­guez. Zum Bei­spiel ha­be sie selbst 1998 den Wun­sch­na­men Ore­lie noch ab­ge­lehnt, weil er nur ei­ne Hör­form - al­so qua­si ei­ne fal­sche Schreib­wei­se - der fran­zö­si­schen Au­ré­lie war. „Das geht heu­te al­les durch“, so Ro­d­ri­guez.

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