Straf­ver­fol­ger er­mit­teln ge­gen „Mis­si­on Li­fe­li­ne“

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN & UMGEBUNG -

Ei­gent­lich wol­len die Mit­ar­bei­ter der „Mis­si­on Li­fe­li­ne“ab Au­gust Flücht­lin­ge in See­not ret­ten. Doch ge­nau des­we­gen wird jetzt ge­gen sie er­mit­telt. Sind die Ver­eins­mit­glie­der Ret­ter oder Schleu­ser?

Noch sam­melt „Mis­si­on Li­fe­li­ne“Geld für ein Schiff, um Flücht­lin­ge aus dem Mit­tel­meer zu ret­ten. Die ers­te Mis­si­on ist für Au­gust geplant, wei­te­re sol­len fol­gen. Bis­her ha­ben die Ak­ti­vis­ten gut 190 000 Eu­ro zu­sam­men - et­wa 40 000 Eu­ro feh­len noch. Doch schon jetzt droht Är­ger.

Ei­ne Pri­vat­per­son zeig­te die bei­den Vor­stän­de we­gen des Ver­suchs der il­le­ga­len Ein­schleu­sung von Aus­län­dern an. „Ein Ver­such steht kurz vor der Ta­tum­set­zung. Dass die Staats­an­walt­schaft in die­sem Fall ei­nen An­fangs­ver­dacht be­jaht und er­mit­telt, macht mich fas­sungs­los. Der Ver­ein hat ja noch nicht mal ein Schiff“, so An­walt Jo­han­nes Lich­di. Lich­di ver­tritt den Vor­sit­zen­den von „Mis­si­on Li­fe­li­ne“, Axel Stei­er, und sei­nen Vi­ze Sa­scha Pietsch.

Stei­er nann­te den Schleu­ser-Vor­wurf „völ­lig ab­surd und an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen“: „See­notret­tung ist Pflicht für je­des Schiff.“In­ter­na­tio­na­le Ab­kom­men wür­den zur Ret­tung ver­pflich­ten. Stei­er ver­mu­tet, dass die An­zei­ge aus den Rei­hen von PE­GI­DA kam und man so die Spen­den­be­reit­schaft be­ein­träch­ti­gen will.

Zum Ver­gleich: Die Bun­des­wehr ret­te­te bis­her 20000 Men­schen aus See­not. Er­mitt­lungs­ver­fah­ren gab es nie. DiHe

Ist es ver­bo­ten, Flücht­lin­ge vor dem Er­trin­ken zu ret­ten? Ge­gen den Ver­ein „Mis­si­on Li­fe­li­ne“wird er­mit­telt. „Mis­si­on Li­fe­li­ne“-Vor­stand Axel Stei­er (l.) mit An­walt Jo­han­nes Lich­di.

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