Ki­ke­ri­ki! Zwi­ckau hat vier Su­per-Krä­her

In die­se Tü­cher war das to­te Ba­by ein­ge­wi­ckelt

Dresdner Morgenpost - - SACHSEN -

ZWI­CKAU - Booog­bog­bog, was für ein Gau­di! Im pfäl­zi­schen Wein­dorf Göck­lin­gen stieg die 4. Deut­sche Go­ckel­kräh­meis­ter­schaft. Krä­hen und Ga­ckern um die Wet­te, vier Zwi­ckau­er wa­ren un­ter den 25 Teil­neh­mern und hat­ten tie­ri­schen Spaß. „Ich wur­de in der Hüh­ner-Grup­pe Drit­ter, fah­re mit stolz­ge­schwell­ter Hüh­ner­brust nach Sach­sen“, sagt Bernd Mül­ler (59).

Bernd Mül­ler, von Be­ruf Da­ten­schüt­zer, und sein Freund Bernd Pra­ger (60) fuh­ren ei­gens zu dem laut­star­ken Wett­be­werb in die Süd­pfalz, be­glei­tet von ih­ren Frau­en als „Chi­cken Le­a­der“. Die Auf­ga­ben­ver­tei­lung war klar. Bernd Mül­ler: „Ich mach­te bei den Hüh­nern mit, weil mir das Ga­ckern mehr liegt. Bernd Pra­ger kann bes­ser krä­hen.“

Am Abend vor dem Wett­be­werb reis­ten die Zwi­ckau­er an. Beim ört­li­chen Wein­fest mops­ten sie der Live­band auf der Büh­ne das Mi­kro und kräh­ten und ga­cker­ten schon mal zur Pro­be. „In der Nacht tes­te­ten wir un­ser Kön­nen so­gar vom Bal­kon un­se­rer Pen­si­on. Da gab es Bei­fall.“

Am Sonn­tag wur­de es ernst. In Hüh­ner- und Go­ckel­kos­tü­men kräh­ten, glucks­ten und ga­cker­ten die Teil­neh­mer vor ei­ner Ju­ry. Sie wuss­ten: Bei „Ki­ke­ri­ki“oder „Booog­bog­bog“geht es um Nuan­cen. Der Lohn: Mül­ler und Pra­ger be­leg­ten die Plät­ze drei und vier. Nächs­tes Jahr will das Zwi­ckau­er Ga­cker-Quar­tett wie­der in Göck­lin­gen an­tre­ten. „Dann stim­men wir den neu­en Schlacht­ruf ,Zwig­ge-zwag­ge, hoi, hoi, hoi‘ an“, ver­spricht Bernd Mül­ler.

bri ZWI­CKAU - Noch im­mer sucht die Po­li­zei nach der Frau, die ihr Ba­by in Cu­litzsch bei Zwi­ckau tö­te­te und mit­ten in ei­nem Feld ab­leg­te (MOPO be­rich­te­te).

Es sind stum­me Zeu­gen ei­ner ver­zwei­fel­ten Tat: ein grün-blau­es Hand­tuch mit ei­ner auf­ge­stick­ten Co­mic­fi­gur, ein gelb-ro­ter Bett­be­zug. In die­se Stof­fe war das to­te Ba­by ein­ge­wi­ckelt. Au­ßer­dem wur­den ein so­ge­nann­tes Ka­pu­zen­hand­tuch und ei­ne hell­graue Strick­ja­cke in der Nä­he des Tat­orts ge­fun­den. Wer kennt die­se Sa­chen, kann sie ei­ner Per­son zu­ord­nen? Die Po­li­zei bit­tet um Hin­wei­se un­ter Tel. 0375/4 28 33 33.

Ein Spa­zier­gän­ger hat­te am 1. Ju­ni un­weit der Kirsch­ber­ger Stra­ße, in Hö­he der Bus­hal­te­stel­le „Schweit­zer­haus“, die Lei­che des neu­ge­bo­re­nen Jun­gen entdeckt. Po­li­zei­spre­che­rin Anett Müns­ter (39): „Die Er­mitt­ler ge­hen da­von aus, dass sich die Mut­ter des Säug­lings in ei­ner schwe­ren Le­bens­pha­se be­fand und auch heu­te psy­cho­lo­gi­sche Un­ter­stüt­zung be­nö­ti­gen könn­te.“

Ei­nen Zu­sam­men­hang mit den bei­den Ba­by-Lei­chen (Ge­schwis­ter), die 2011 in ei­nem Klei­der­con­tai­ner in Schwar­zen­berg bzw. 2012 in ei­nem Stra­ßen­gra­ben in Ro­ta­va/Tsche­chi­en ge­fun­den wur­den, kön­nen die Er­mitt­ler in­zwi­schen aus­schlie­ßen: DNA-Tests er­ga­ben kei­ne Ge­mein­sam­kei­ten. rl

Zum Ga­ckern, die­se

Ko­s­tü­me (v.l.): Bernd Pra­ger (60), Eva-Ma­rie

Gust und Bernd

Mül­ler.

Bernd Mül­ler (59, r.) macht di­cke Ba­cken für ein stil­ech­tes Ga­ckern. Jo­han­nes Hof­mann hält das Mi­kro­fon.

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