Wun­der ein Jahr spä­ter?

Dresdner Morgenpost - - FUSSBALL -

MOS­KAU - Die be­fürch­te­te Abrech­nung der rus­si­schen Pres­se blieb der Sbor­na­ja nach dem frü­hen Con­fe­dCup-K.o. er­spart. „Das Wun­der ver­schiebt sich um ein Jahr“, ti­telt „Ros­si­js­ka­ja Ga­se­ta“mit Blick auf die WM 2018.

Dann sol­len Gast­ge­ber Russ­land und sein Trai­ner Sta­nislaw Tschertsches­sow an sport­li­chen Er­fol­gen nach­ho­len, was beim Con­fed-Cup aus­blieb.

Der frü­he­re Bun­des­li­ga-Tor­wart von Dy­na­mo Dres­den (1993 bis 1995) wuss­te vom ers­ten Tag an, dass sein Job als Trai­ner der rus­si­schen Na­tio­nal­mann­schaft kein Zu­cker­schle­cken sein wür­de. Er muss aus nur we­ni­gen ta­len­tier­ten Spie­lern ei­ne kon­kur­renz­fä­hi­ge Mann­schaft for­men. Kann der 53-jäh­ri­ge Hü­ne mit dem mar­kan­ten Schnau­zer ge­nau der Fels in der Bran­dung sein, den die Sbor­na­ja jetzt braucht?

Als er die Mann­schaft 2016 von Leo­nid Sluz­ki über­nahm, steck­te der rus­si­sche Fuß­ball im de­pres­si­ven Tief. Das Vor­run­den-Aus bei der EM in Frank­reich hat­te ei­ne Wel­le der Kri­tik aus­ge­löst.

Auch nach den bei­den Nie­der­la­gen ge­gen tech­nisch über­le­ge­ne Por­tu­gie­sen und Me­xi­ka­ner beim Con­fed-Cup lie­ßen die ers­ten Fra­gen nach ei­nem Rück­tritt Tschertsches­sows nicht auf sich war­ten. Doch Mos­kaus Sport­füh­rung weiß: Es gibt kaum Al­ter­na­ti­ven. Sluz­ki, Russ­lands re­nom­mier­tes­ter Fuß­ball­leh­rer, kas­sier­te bei der EM ei­ne Ohr­fei­ge. Des­sen un­ge­lieb­ter Vor­gän­ger, der Ita­lie­ner Fa­bio Ca­pel­lo, muss­te we­gen feh­len­der Er­fol­ge und ewi­ger De­bat­ten um sein ex­or­bi­tan­tes Ge­halt vor­zei­tig ge­hen.

Des­we­gen weiß Tschertsches­sow, dass ihm Ver­bands­chef Wi­ta­li Mut­ko qua­si ei­nen Blan­ko-Scheck aus­ge­stellt hat für die kri­ti­sche Pha­se bis zur WM. „Tschertsches­sow wird wei­ter­ma­chen“, so Mut­ko.

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