Die­se Frau­könn­te Dres­den Mil­li­on en kos­ten

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

Seit über zwei Jah­ren kämpft Ar­chi­tek­tin Re­gi­ne Tö­be­rich (52) um Scha­dens­er­satz, weil die Stadt ihr Bau­pro­jekt „Ma­ri­na Gar­den“nicht ge­neh­mig­te. Seit ges­tern ist klar: Die Stadt hat pflicht­wid­rig ge­han­delt! Ob gleich­zei­tig Mil­lio­nen an Straf­zah­lun­gen flie­ßen, ist aber of­fen.

In ers­ter In­stanz hat­te die Ar­chi­tek­tin noch ver­lo­ren. Die Rich­ter am Ober­lan­des­ge­richt mach­ten ges­tern je­doch deut­lich: Die Stadt hat sehr wahr­schein­lich schuld­haft ih­re Amts­pflicht ver­letzt, in­dem sie nicht in­ner­halb von drei Mo­na­ten ei­nen Bau­vor­be­scheid er­las­sen hat­te.

Ob dar­aus je­doch ab­ge­lei­tet wer­den kann, dass das um­strit­te­ne 50-Mil­lio­nen-Eu­ro-Pro­jekt am Pie­sche­ner Elb­ufer auch hät­te ge­baut wer­den kön­nen, lie­ßen die Rich­ter of­fen. Heißt kon­kret: Ob die Schlud­rig­kei­ten oder be­wuss­ten Ver­zö­ge­run­gen im Rat­haus ganz kon­kret ei­nen Scha­den zur Fol­ge ha­ben, ist wei­ter un­si­cher.

Den­noch rückt ei­ne Mil­lio­nen-Ent­schä­di­gung für Frau Tö­be­rich in greif­ba­re Nä­he. Rich­ter Hans­pe­ter Rie­chert (56): „Wir re­gen drin­gend ei­ne güt­li­che Ei­ni­gung an. Es könn­ten Ar­gu­men­te da­für spre­chen, dass die Kla­ge er­folg­reich ist.“Falls nicht, stän­de im Ge­gen­zug aber die In­ves­to­rin mit lee­ren Hän­den da, weil sehr wahr­schein­lich kei­ne wei­te­re Be­ru­fungs­in­stanz zu­ge­las­sen wird.

Sein Vor­schlag: Die Stadt kauft Frau Tö­be­rich das Grund­stück zum ak­tu­el­len Wert ab und zahlt oben­drauf ei­ne Ent­schä­di­gung.

Ob die Ver­wal­tung sich dar­auf ein­lässt, und wie hoch die Sum­me ist, ent­schei­det sich im Au­gust. „Liegt ein Ver­gleichs­an­ge­bot vor, wird die Stadt die­ses prü­fen“, so Bau­bür­ger­meis­ter Raoul Schmidt-La­mon­tain (40, Grü­ne).

„Bei ,Ma­ri­na Gar­den‘ wur­de der Rechts­staat aus­ge­he­belt, ich bin jah­re­lang ge­gen Mau­ern ge­lau­fen. Mir war wich­tig, jetzt zu hö­ren, dass rechts­wid­rig ge­han­delt wur­de“, so Frau Tö­be­rich, die eben­falls zu ei­nem Ver­gleich be­reit ist.

Wei­te­rer Vor­teil ei­ner Ei­ni­gung: Nur dann könn­te das Grund­stück zü­gig nach den neu­en Plä­nen der Stadt (Frei­flä­chen, Woh­nun­gen und Raum für Krea­ti­ve) be­baut wer­den. DiHe

Kann auf ei­ne Mil­lio­nen-Ent­schä­di­gung hof­fen: In­ves­to­rin Re­gi­ne Tö­be­rich (52). Auf die­ser Flä­che der „Ha­fen Ci­ty“ent­steht ein Krea­tiv­zen­trum. Tho­mas Da­the (49), Chef von „Un­ser Schö­nes Dres­den“.

Ei­ne Visualisierung der „Ha­fen

Ci­ty“zeigt die mög­li­chen Aus­ma­ße des Pro­jekts.

Müs­sen im­mer dann am Ober­lan­des­ge­richt

ent­schei­den, wenn Be­hör­den Mist ge­baut ha­ben: Ge­si­ne Tews (v.l.), Hans­pe­ter Rie­chert und

Pe­ter Glaß.

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