Zu lan­ge un­ter­schätzt

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Ju­lia­ne Mor­gen­roth

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an­ge gal­ten Reichs­bür­ger als ver­wirr­te, aber harm­lo­se Spin­ner. Da­bei er­ken­nen sie die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land samt ih­rer Ge­set­ze nicht an, le­ben in ei­ner Par­al­lel­welt mit ei­ge­nen Päs­sen, ter­ro­ri­sie­ren Be­hör­den und Ge­rich­te. Vie­le Mit­ar­bei­ter wur­den da­mit aber lan­ge al­lein ge­las­sen.

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ie zer­split­ter­te Be­we­gung wur­de schlicht zu lan­ge un­ter­schätzt und ver­harm­lost. Da­bei zeig­te sich ih­re Ge­fähr­lich­keit be­reits 2012 im Kreis Mei­ßen, als ein omi­nö­ses „Po­li­zei­hilfs­werk“in ge­fälsch­ten Uni­for­men ei­nen Ge­richts­voll­zie­her „fest­nahm“.

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rst nach meh­re­ren Ge­walt­ta­ten räum­ten Be­hör­den ih­ren Irr­tum ein - in Bay­ern wur­de ein Po­li­zist durch ei­nen Reichs­bür­ger ge­tö­tet. Es zeigt sich: Aus Ver­druss über die BRD kann Hass wer­den - und ir­gend­wann sieht so man­cher Reichs­bür­ger Ge­walt als Mit­tel zum Zweck an.

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as aber ist al­les an­de­re als harm­los. Noch bri­san­ter wird das Gan­ze, wenn rechts­ex­tre­me An­sich­ten und Waf­fen­be­sitz hin­zu­kom­men. Es ist da­her rich­tig, dass die Be­hör­den zwar spät, aber nun ein be­son­de­res Au­gen­merk auf die Reichs­bür­ger ha­ben.

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enau­so, wie sie zu ent­waff­nen. Denn wie ge­fähr­lich die­se fa­na­ti­sier­ten Men­schen wer­den kön­nen, hat sich lei­der be­reits ge­zeigt. Der nächs­te Schritt wä­re nun, dar­auf ein­zu­wir­ken, dass sich nicht noch mehr Men­schen die­ser „Be­we­gung“an­schlie­ßen. Be­richt Sei­ten 10/11

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