Was geht ab im Smart­pho­ne?

Dresdner Morgenpost - - KINO -

Ge­gen­stän­den Le­ben ein­zu­hau­chen, kann der Aus­gang für ei­ne tol­le Ge­schich­te sein. Bei „Toy Sto­ry“et­wa hat das sehr gut ge­klappt. Seit­dem ha­ben Re­gis­seu­re al­le mög­li­chen Din­ge in Trick­fil­men spre­chen las­sen. Jetzt sind Emo­jis dran. „Emo­ji - Der Film“spielt im In­ne­ren ei­nes Smartphones, in der Stadt Tex­to­po­lis.

Dort le­ben die Emo­jis, die sich nichts mehr wün­schen, als von ih­rem Be­sit­zer Alex für ei­ne Nach­richt aus­ge­wählt zu wer­den. Doch Ge­ne, ei­nes der Emo­jis, ist ka­putt: Er wur­de oh­ne Fil­ter ge­bo­ren und hat nicht wie al­le an­de­ren nur ei­nen Ge­sichts­aus­druck. Um ein ge­wöhn­li­cher Emo­ji zu wer­den, reist er mit zwei Freun­den qu­er durch al­le Apps auf Alex’ Han­dy. Die Herr­sche­rin von Tex­to­po­lis will ihn je­doch lö­schen las­sen und be­auf­tragt Vi­ren-Ro­bo­ter, ihn zu tö­ten. Ei­ne aben­teu­er­li­che Ver­fol­gungs­jagd be­ginnt. Ei­gent­lich könn­te das der Plot für ei­nen ziem­lich wit­zi­gen Film sein.

Ei­gent­lich. Doch „Emo­ji - Der Film“ ist ei­ne müh­sa­me An­ge­le­gen­heit. Das liegt dar­an, dass es hier kei­ne schrä­gen Cha­rak­te­re gibt. Ein­zig Emo­ji Hi5 - ei­ne Hand zum Ab­klat­schen - sorgt für ei­ni­ge La­cher. Die an­de­ren Fi­gu­ren blei­ben das, was Emo­jis nun mal sind: ein­di­men­sio­nal.

Dar­über hin­aus wirkt der Film oft wie ein schlecht ge­tarn­tes Wer­be­vi­deo für Spo­ti­fy, YouTube und an­de­re Un­ter­neh­men. Denn in die­sen Apps ha­ben die Emo­jis na­tür­lich or­dent­lich Spaß.

Zu­dem ge­hen An­ti-In­ter­net-Tipps, wie die per­ma­nen­ten Hin­wei­se, dass es sich loh­nen wür­de, öf­ter mal im „ech­ten Le­ben“vor­bei­zu­schau­en, wohl an der Welt des jun­gen Ziel­pu­bli­kums vor­bei. Sie sind ge­nau­so gut ge­meint wie die „Sei Du selbst“-Bot­schaft. Am En­de merkt Ge­ne - na­tür­lich -, dass es viel­leicht doch ganz cool ist, nicht so zu sein wie al­le an­de­ren. Da hät­te man dem Pu­bli­kum mehr zu­trau­en kön­nen.

Fa­zit: Un­lus­ti­ger Mix aus Päd­ago­gik und Schleich­wer­bung. Li­sa Fors­ter

(Ufa, Rund­ki­no, Ci­ne­ma­xX, UCI)

Das kom­plet­te Ki­no­pro­gramm fin­den Sie mor­gen im Au­gus­to-Aus­geh­ma­ga­zin.

Bes­te Freun­de (v.l.): Jail­break (Stim­me: Joy­ce Ilg), Ge­ne (Tim Oli­ver Schulz), Hi-5 (Chris­toph Ma­ria Herbst) und Kack­hau­fen Po­op.

Wenn Alex wüss­te, was die Emo­jis in sei­nem Smart­pho­ne so al­les an­stel­len ...

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