Fak­tor Mensch

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Alex­an­der Bi­sch­off

Die Bus­ka­ta­stro­phe auf der A 9, bei der 18 Sach­sen star­ben, ist durch mensch­li­ches Ver­sa­gen aus­ge­löst wor­den. Der ges­tern von der Staats­an­walt­schaft Hof vor­ge­stell­te Er­mitt­lungs­be­richt weist dem eben­falls in den Flam­men um­ge­kom­me­nen Bus­fah­rer die Schuld zu. Er sei „un­acht­sam“ge­we­sen, heißt es.

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ei al­ler Tra­gik ist das auch ein Stück Er­leich­te­rung: Kei­ne tech­ni­schen Män­gel führ­ten zur Ka­ta­stro­phe. Kei­ne ver­meid­ba­re Schlam­pe­rei bei der Fahr­zeug­war­tung war die Ur­sa­che. Auch kei­ne Über­tre­tung der Lenk­zeit.

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in­fach nur mensch­li­ches Au­gen­blicks­ver­sa­gen. Und das kann übe­r­all vor­kom­men und nie gänz­lich aus­ge­schlos­sen wer­den. Egal ob am Steu­er ei­nes Bus­ses, im Cock­pit ei­nes Flug­zeugs, im Stell­werk der Ei­sen­bahn, in Äm­tern und Be­hör­den oder den Schreib­stu­ben der Jour­na­lis­ten. Übe­r­all ar­bei­ten Men­schen. Und die ma­chen Feh­ler.

A

uch die be­son­nens­ten. Und da­zu ge­hör­te der Bus­fah­rer aus Lö­bau. Erst kurz vor der tra­gi­schen Tour in den Sü­den war er für lang­jäh­ri­ges si­che­res Fah­ren aus­ge­zeich­net wor­den.

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ar es ein kur­zer Blick auf das Na­vi oder das Ra­dio, der für Se­kun­den sei­ne Auf­merk­sam­keit von der Fahr­bahn lenk­te? Die­se Fra­ge bleibt im Un­ter­su­chungs­be­richt un­be­ant­wor­tet. Die Er­mitt­ler konn­ten den Grund nicht her­aus­fin­den.

A

ber mal ehr­lich: Wie oft sind wir beim Au­to­fah­ren kurz ab­ge­lenkt, bei­spiels­wei­se beim Blick auf all die tech­ni­schen Hel­fer­lein und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­spie­le­rei­en. Wohl je­der, der die Zei­len hier liest, wird sich an ei­ne Si­tua­ti­on er­in­nern kön­nen, wo es ver­dammt knapp war ...

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er Mensch ist und bleibt im Sys­tem der größ­te Un­si­cher­heits­fak­tor. Die­se Er­kennt­nis macht die To­ten zwar nicht wie­der le­ben­dig und sie wird auch den Schmerz der An­ge­hö­ri­gen nicht min­dern. Aber je­der wird es ver­ste­hen kön­nen. Und die Fa­mi­li­en der Op­fer wer­den ir­gend­wann ih­ren Frie­den da­mit ma­chen. Be­richt S. 10/11

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