De­sas­ter mit An­sa­ge

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Ju­lia­ne Mor­gen­roth

Schon im ver­gan­ge­nen Som­mer sah es an Sach­sens Schu­len al­les an­de­re als ro­sig aus. Be­reits da­mals wa­ren die Hälf­te al­ler neu ein­ge­stell­ten Leh­rer Sei­ten­ein­stei­ger oh­ne Lehr­amts­stu­di­um.

Was lan­ge selbst­ver­ständ­lich war, näm­lich dass in Schu­len nur aus­ge­bil­de­te Leh­rer vor den Klas­sen ste­hen - in Sach­sen gilt das nicht mehr. Und im neu­en Schul­jahr hat sich die La­ge wei­ter ver­schärft.

Es mu­tet ver­zwei­felt an, wie Kul­tus­mi­nis­te­ri­um und Bil­dungs­agen­tur ver­su­chen, die Lü­cken zu stop­fen. Da wer­den Rent­ner re­ak­ti­viert, Leh­rer in Teil­zeit an­ge­fleht, ih­re St­un­den­zahl zu er­hö­hen. Es wer­den Zu­la­gen ge­zahlt, da­mit sich über­haupt noch Leh­rer für länd­li­che Ge­bie­te fin­den.

Oh­ne den si­cher­lich en­ga­gier­ten Lehr­kräf­ten zu na­he tre­ten zu wol­len: Ein Sei­ten­ein­stei­ger-An­teil von 77 Pro­zent - wie an Ober­schu­len in Ost­sach­sen - ist in­dis­ku­ta­bel.

Dass an­ge­sichts der vie­len Flücht­lin­ge die Schü­ler­zah­len und da­mit der Lehr­er­be­darf steigt, war nicht vor­her­seh­bar. Doch es ist ein De­sas­ter mit An­sa­ge. Die ent­schei­den­den Feh­ler wur­den vor Jah­ren ge­macht. Und es dau­ert Jah­re, sie wie­der aus­zu­bü­geln. Das hat die Mi­nis­te­rin auch un­ge­wohnt deut­lich ge­sagt und sich ent­schul­digt.

Vor­sich­ti­ge Ent­las­tung ist erst ab dem Wahl­jahr 2019 in Sicht. Noch hal­ten die El­tern in Sach­sen still, ak­zep­tie­ren, dass ih­re Kin­der oft­mals von Quer­ein­stei­gern oh­ne je­de Leh­r­er­fah­rung un­ter­rich­tet wer­den. Ob das auch so bleibt, ist frag­lich.

Be­richt Sei­ten 10/11

So könn­te die Hal­te­stel­le in Löb­tau in Zu­kunft aus­se­hen. DVB-Vor­stand Andre­as Hem­mers­bach (48) freut sich auf den Aus­bau der Zen­tral­hal­te­stel­le. Mo­men­tan fah­ren Au­tos, Bus­se und Stra­ßen­bah­nen ge­mein­sam über die Kes­sels­dor­fer Stra­ße. Die Hal­te­stel­le

soll ent­schärft wer­den.

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