5 Fra­gen zum Dresd­ner Vi­ren-Skan­dal

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

Nach dem Ab­was­ser-Skan­dal im Dresd­ner Ser­um­werk be­müht sich das Un­ter­neh­men Gla­xoS­mit­hK­li­ne

(GSK) um Auf­klä­rung. Da­bei sind vie­le Fra­gen of­fen. Denn min­des­tens 13 Jah­re lang ström­te vi­ren­ver­seuch­tes Ab­was­ser aus der Fa­b­rik un­ge­klärt in die Dresd­ner Ka­na­li­sa­ti­on (MOPO be­rich­te­te).

Wie viel Vi­ren-Ab­was­ser ist täg­lich in Dres­dens Ka­na­li­sa­ti­on ge­flos­sen?

„Wäh­rend der Pro­duk­ti­ons­sai­son fal­len hier ar­beits­täg­lich cir­ca 300 Li­ter Spüllö­sung an, die po­ten­zi­ell hoch­ver­dünn­te bio­lo­gi­sche Res­te ent­hal­ten kön­nen“, so Mar­kus Har­den­bi­cker (F.o.) auf MOPO-Nach­fra­ge. Ins­ge­samt flos­sen in den Mo­na­ten Ja­nu­ar bis Au­gust täg­lich 3 000 Li­ter Ab­was­ser aus den zwei be­trof­fe­nen Räu­men ab.

Wel­che kon­kre­ten Vi­ren­stäm­me sind ins Ab­was­ser ge­lei­tet wor­den?

GSK pro­du­ziert in dem Impf­stoff­werk seit Jah­ren den jähr­lich va­ri­ie­ren­den sai­so­na­len

Grip­pe­impf­stoff für ak­tu­ell mehr als 20 Län­der.

Könn­ten auch an­de­re Vi­ren­stäm­me ins Ab­was­ser ge­lei­tet wor­den sein?

GSK schließt das aus. „In un­se­rem Impf­stoff­werk in Dres­den wer­den aus­schließ­lich Grip­pe­impf­stof­fe mit In­flu­en­za-Vi­ren­stäm­men pro­du­ziert“, so Har­den­bi­cker. Die Stadt be­stä­tigt dies auf Grund­la­ge vor­lie­gen­der Do­ku­men­te.

Könn­ten Rat­ten und Mäu­se aus der Un­ter­welt die Vi­ren ver­brei­ten?

Nein, Mäu­se und Rat­ten sind laut GSK kei­ne Wirts­spe­zi­es von In­flu­en­zaVi­ren. „Ei­ne In­fek­ti­on von Na­gern über das Ab­was­ser ist da­her un­wahr­schein­lich und bis­her in frei­er Wild­bahn nicht nach­ge­wie­sen“, so Har­den­bi­cker. Die Stadt Dres­den kommt zum sel­ben Er­geb­nis.

Gibt’s ei­ne Stra­fe für das Ser­um­werk?

Ein Ord­nungs­wid­rig­keits­ver­fah­ren wird ge­prüft, die Staats­an­walt­schaft Dres­den er­mit­telt. dbr

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