Kee­per Kunz fährt mit Wut nach Je­na

Dresdner Morgenpost - - FUSSBALL -

NEUGERSDORF - FCO-Coach Vra­gel da Sil­va sah nach dem 1:1 in Au­er­bach aus wie der lie­be Ted­dy­bär. Aber es bro­del­te in ihm. Er konn­te nur mit Mü­he sei­nen Zorn ver­ber­gen. Be­son­ders mit sei­nem Stür­mer

Oli­ver Mer­kel ging er hart ins Ge­richt.

1:0 in Füh­rung ge­le­gen durch das Elf­me­ter­tor von Ste­pan Va­chou­sek (57.), in dop­pel­ter Über­zahl nach Rot (56.) und Gelb-Rot für VfB-Ver­tei­di­ger Mar­cin Sie­ber und Alex Mat­tern (67.) - und trotz­dem be­kam Neugersdorf noch ein Ge­gen­tor zum 1:1 (70.). Doch dass Mer­kel kurz vor dem Aus­gleich das 2:0 und da­mit den si­che­ren Sieg leicht­fer­tig ver­gab, das brach­te den Coach auf die Pal­me: „Es gibt CHEM­NITZ - Ke­vin Kunz schäum­te vor Wut. Er stand kurz da­vor, sei­nen Team­kol­le­gen laut­stark die Le­vi­ten zu le­sen. CFC-Ka­pi­tän Marc End­res schritt ein, be­ru­hig­te sei­nen sicht­lich auf­ge­brach­ten Schluss­mann.

Die Sze­ne spiel­te sich am Mitt­woch­abend im Heim­spiel ge­gen den VfR Aa­len ab. Da war ei­ne Vier­tel­stun­de ge­spielt. Die Gäs­te la­gen be­reits 2:0 vorn und Ger­rit Weg­kamp hat­te - frei vor Kunz - nicht ins Tor, son­dern das Au­ßen­netz ge­trof­fen.

„Mir ist es ein­fach auf den Sack ge­gan­gen, dass wir in der Abwehr so gro­ße Lö­cher hat­ten und die Aa­le­ner zum mun­te­ren To­re­schie­ßen ein­ge­la­den ha­ben. Ich woll­te die Mann­schaft wach­rüt­teln“, ver­riet Kunz.

Die De­fen­si­ve schlief wei­ter, und drei Mi­nu­ten spä­ter muss­te er er­neut hin­ter sich grei­fen. Lau­rin von Piechow­ski ließ Mat­thi­as Mo­rys ge­wäh­ren. Der Aa­le­ner leg­te für Mar­cel Bär auf - der bei uns Spie­ler, die un­zu­frie­den dar­über sind, dass sie im ers­ten Spiel drau­ßen sit­zen und des­halb die ge­sam­te Wo­che me­ckern. Dann kom­men sie ins

Spiel, ste­al­lein hen vorm Tor­hü­ter und ver­schie­ßen den Ball. Das ist für mich ei­ne Art Dop­pel­be­stra­fung“, pol­ter­te er in Rich­tung Mer­kel los. „Das kotzt mich ein­fach nur an“, re­de­te sich der Bra­si­lia­ner in Ra­ge: „In so ei­nem Spiel müs­sen wir min­des­tens das 1:0 Ex-Zwi­ckau­er mar­kier­te sei­nen zwei­ten Tref­fer an die­sem denk­wür­di­gen Abend in der „com­mu­ni­ty­4y­ou“-Are­na.

„Wenn du nach 18 Mi­nu­ten aus­wärts 3:0 führst, dann ist das sen­sa­tio­nell“, sag­te Gäs­te­coach Pe­ter Voll­mann. Und was sag­te Kunz? „Das ist ein be­schis­se­nes Ge­fühl für ei­nen Tor­wart, wenn du drei Mal das Ding aus dem Netz holst, be­vor du den Ball über­haupt ein­mal in der Hand hat­test.“

Der CFC-Tor­hü­ter ver­hin­der­te an­schlie­ßend mit seiPa­ra­den nen Schlim­mer­den es. „In ers­ten 20 Mi­nu­ten ging bei uns gar nichts und al­les schief. Aa­len hat uns ge­lockt, auf Fehl­päs­se und Ball­ver­lus­te ge­war­tet. Da­von gab es reich­lich. Und dann wirst du halt aus­ge­kon­tert und rennst so ei­nem Rück­stand hin­ter­her“, ana­ly­sier­te Kunz.

Ir­gend­wann fin­gen sich die Chem­nit­zer, leg­ten ih­re un­er­klär­li­che Ner­vo­si­tät und Fah­rig­keit ab. Von Piechow­ski, an die­sem Abend wie vie­le an­de­re mit der mit nach

Hau­se neh­men. Ein Feh­ler, wie beim 1:1, kann im­mer pas­sie­ren. Doch müs­sen wir da­nach kon­zen­triert spie­len. Da hat der Zu­sam­men­halt ge­fehlt. Wer nicht zu­sam­men­hält, der kann gern ge­hen“, war er wei­ter in Wal­lung.

Lan­ge är­gern darf sich da Sil­va aber nicht. Schon mor­gen geht es da­heim ge­gen Meu­sel­witz. nahro De­fen­siv­ar­beit über­for­dert, mar­kier­te mit ei­nem Traum­tor das 3:1 - der 300. Dritt­li­ga­tref­fer des CFC.

Als Da­ni­el Frahn sei­nen Hand­elf­me­ter si­cher ver­wan­del­te, war das Spiel wie­der of­fen. Dann penn­te End­res nach ei­nem wei­ten Ab­schlag von VfRTor­hü­ter Da­ni­el Bern­hardt, und Weg­kamp schoss das 4:2.

Kunz: „Das war so ein Tag, an dem al­les schief ge­lau­fen ist. Die­sen Auf­tritt müs­sen wir auf­ar­bei­ten, dann ganz schnell ab­ha­ken und es in Je­na bes­ser ma­chen. Am Sonn­abend wol­len wir die drei Punk­te mit nach Hau­se neh­men!“

Olaf Mor­gens­tern

Oli­ver Mer­kel Re­de­te sich nach dem 1:1 in Au­er­bach in Ra­ge: FCO-Trai­ner Vra­gel da Sil­va.

Ka­nal voll: Ke­vin Kunz war nach dem 2:4 völ­lig be­dient. An ihm lag das De­ba­kel nicht. Ger­rit Weg­kamp (l.) über­win­det Ke­vin Kunz

kurz vor der Pau­se zum vier­ten Mal.

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