Die Au­gen der Af­fen

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Do­mi­nik Brüg­ge­mann

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chnell wird über die en­gen Kä­fi­ge in Zoos her­ge­zo­gen. Tier­quä­le­rei, Frei­heits­be­rau­bung, ei­ne blo­ße Zur­schau­stel­lung put­zi­ger Tie­re, so der Vor­wurf von Zoo­geg­nern.

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icher­lich ist man­che Kri­tik ge­recht­fer­tigt. So ent­spricht das Oran­gU­tan-Haus in Dres­den nicht den ak­tu­ell gül­ti­gen Stan­dards. Doch wie sieht es um un­se­re Ar­ten­viel­falt auf der Er­de aus? We­sent­lich schlim­mer!

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elt­weit ster­ben un­zäh­li­ge Tier­ar­ten aus, für un­se­re Nach­welt auf im­mer ver­lo­ren. Nas­hör­ner wer­den we­gen ih­rer an­geb­lich po­tent­ma­chen­den Hör­ner er­schos­sen, die Zahl der Bril­len­pin­gui­ne nimmt ra­sant ab, und in Sach­sen steht das Birk­huhn kurz vor dem Auss­ter­ben.

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ier be­ginnt die wich­ti­ge Auf­ga­be der Zoos: Sie hel­fen, Tier­ar­ten wie Orang-Utans oder Schnee­leo­par­den vor dem Auss­ter­ben zu be­wah­ren. Dass die Tie­re da­bei in Ge­he­gen ge­hal­ten wer­den, ist nun­mal not­wen­di­ges Mit­tel zum Zweck. Aber wie sol­len Kin­der und Be­su­cher sonst von Tie­ren er­fah­ren, die sie wohl nur sel­ten in frei­er Na­tur zu Ge­sicht be­kom­men wer­den.

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akt ist: Zoos ha­ben enorm ho­he Hal­tungs­stan­dards und öff­nen Be­su­chern die Au­gen für die Na­tur­viel­falt. Die­se Bot­schaft soll­ten Zoo­be­su­cher zu­min­dest mit­neh­men, wenn sie das nächs­te Mal in die drol­li­gen Au­gen der aus­ster­ben­den Orang-Utans gu­cken.

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