An die Lei­ne!

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Se­bas­ti­an Gün­ther

D

ie ewi­gen Streit­fra­gen: Hund an die Lei­ne oder nicht? Ha­ben Herr­chen ih­ren Vier­bei­ner im Griff? Hört er wirk­lich im­mer?

H

un­de­hal­ter sind sich da meist ei­nig: „Lo­go! Mein Hund hört. Mein Hund tut kei­nem was. Und wenn, will er doch nur spie­len.“Ich möch­te es glau­ben. Aber dar­auf ver­las­sen kann ich mich nicht.

U

nd ganz ehr­lich: Wenn ich durch die Hei­de jog­ge oder an der El­be spa­zie­re, und frei lau­fen­de Hun­de ren­nen um­her, wird mir schon manch­mal mul­mig. Ich un­ter­stel­le kei­nem Hund Ag­gres­si­vi­tät und auch kei­nem Herr­chen Fahr­läs­sig­keit. Aber was wis­sen wir Men­schen denn, was in so ei­nem Tier vor­geht?

A

uch Hun­de­hal­ter soll­ten sich nicht an­ma­ßen, in Hun­de­köp­fe hin­ein­schau­en zu kön­nen. Sie kön­nen es näm­lich nicht. Tie­re re­agie­ren auf Rei­ze und In­stink­te. Was ein an­de­rer Hund, ein Tier im Wald, ei­ne mie­se Lau­ne oder was auch im­mer gera­de in dem Tier aus­löst, ah­nen wir nicht.

S

elbst aus über­schwäng­li­cher Freu­de kön­nen grö­ße­re Hun­de zu ra­bia­ten Ak­tio­nen nei­gen. Kin­der kön­nen ei­nem lieb ge­mein­ten An­sprin­gen nicht stand­hal­ten und stür­zen.

I

ch mag Hun­de. Sie sind vom We­sen her her­aus­ra­gen­de, klu­ge Tie­re und tun uns Men­schen viel Gu­tes. Sie blei­ben aber eben Tie­re. Da­her bin ich froh über je­den Ort, an dem Lei­nenzwang herrscht. Schützt er zu­letzt nicht auch die Hun­de selbst. Vor Be­geg­nun­gen mit an­de­ren Hun­den und auch vor dem Men­schen. Im Stra­ßen­ver­kehr zum Bei­spiel.

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