Herr­gott noch mal!

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Tors­ten Hil­scher

E

s pas­siert im­mer wie­der: In der Kir­che wer­den Men­schen we­gen ih­rer se­xu­el­len Prä­gung dis­kri­mi­niert. Ak­tu­ell im evan­ge­li­schen Kir­chen­be­zirk Aue, wo Ge­mein­den ih­ren schwu­len Ju­gend­wart aus­gren­zen.

W

ie­der ein­mal wird ein Mit­mensch an sei­ner Se­xua­li­tät ge­mes­sen bzw. wird ei­ne Lau­ne der Na­tur se­xua­li­siert. Da­bei hat nie­mand, we­der in der Kir­che noch von der Kir­che aus, über Se­xua­li­tät zu ur­tei­len, gleich gar nicht, sie zu ver­ur­tei­len. (Zu­letzt war es die ka­tho­li­sche Kir­che, die nach dem Be­schluss zur „Ho­mo-Ehe“ge­gen Men­schen hetz­te und die nie­mand auf Nicht­zu­stän­dig­keit hin­wies.)

N

atür­lich lässt sich treff­lich mit Bi­bel­zi­ta­ten wer­fen, wie es dort auch ge­schieht und was an sich schon an­ma­ßend ist. Noch üb­ler ist je­doch, was hier im Grun­de pas­siert: Die Wür­de ei­nes Men­schen wird an­ge­grif­fen - im vor­lie­gen­den Fall mit Über­griff aufs Ar­beits­le­ben.

D

er „Fall“reicht weit über das Erz­ge­bir­ge hin­aus. Er ist, auf die Spit­ze ge­trie­ben, ein ech­ter Fall für Ge­rich­te, weil der Vor­gang ge­gen die Men­schen­wür­de ver­stößt. Von Ver­leum­dung, üb­ler Nach­re­de, Dis­kri­mi­nie­rung, Ver­stoß ge­gen den Gleich­heits­grund­satz gar nicht zu re­den. Da hilft auch kein Ver­weis auf Ge­mein­de­ho­heit. Denn hier geht’s buch­stäb­lich um hö­he­res Gut.

G

leich­wohl legt der „Fall“bloß, wie we­nig es den Kir­chen­vor­stän­den, die das Ver­bot aus­spra­chen, um Glau­ben geht. Es geht ih­nen um Macht. Das aber ist un­christ­lich und han­delt auch wi­der Mar­tin Lu­thers Ide­en. Es ist bi­gott.

Be­richt Sei­ten 12/13

Dres­dens Ober­bür­ger­meis­ter Dirk Hil­bert (45, FDP) freut sich über zwei neue Fa­b­ri­ken, muss aber neue Lei­tun­gen le­gen las­sen.

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