Kei­ta muss noch ei­ne Sai­son blei­ben - für Leip­zigs Er­folg!

Mar­quez ver­strickt in Dro­gen­ge­schäf­te?

Dresdner Morgenpost - - FUSSBALL -

LEIP­ZIG - Auch von schwin­del­er­re­gen­den Mil­lio­nen-Of­fer­ten ließ sich Ralf Rang­nick nicht be­ein­dru­cken. 75 Mil­lio­nen Eu­ro auf der ei­nen Sei­te, Mit­tel­feld­stra­te­ge Na­by Kei­ta auf der an­de­ren. Rang­nick ent­schied sich ge­gen das Geld und für den 22-Jäh­ri­gen aus Gui­nea aus ei­nem gu­ten Grund.

„Wir ha­ben das hier ja nicht fünf Jah­re auf­ge­baut, um dann zum Zeit­punkt des größ­ten Er­fol­ges Kas­se ma­chen zu wol­len“, sag­te der Sport­di­rek­tor von RB Leip­zig. In der ers­ten in­ter­na­tio­na­len Sai­son will der Vi­ze­meis­ter mit dem best­mög­li­chen Team auf­lau­fen - knapp 30 Mil­lio­nen Eu­ro Mi­nus im Som­mer-Trans­fer­fens­ter zum Trotz. Mit dem Start am Sonn­tag im DFB-Po­kal ge­gen Sechst­li­gist Sport­freun­de Dorf­mer­kin­gen, dem Bun­des­li­ga-Auf­takt in zwei Wo­chen und der Cham­pi­ons-Le­ague-Teil­nah­me (Vor­run­den-Aus­lo­sung am 24. Au­gust) war­tet nach nur ei­ner Sai­son im Ober­haus ein stram­mes Pro­gramm auf RB Leip­zig. WA­SHING­TON - An­fang der Wo­che schlen­der­te Ra­fa­el Mar­quez (38) mit sei­nen Kin­dern durch ei­nen Vo­r­ort von Gua­da­la­ja­ra, im In­ter­net de­mons­trier­te Me­xi­kos Fuß­ball-Na­tio­nal­held die per­fek­te Idyl­le. Laut US-Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um ist das al­les nur bil­li­ge Fas­sa­de.

Mar­quez, zu sei­nen Glanz­zei­ten als Ab­wehr­spie­ler Rück­halt beim gro­ßen FC Bar­ce­lo­na, ist ei­ne von 22 Per­so­nen auf ei­ner schwar­zen Lis­te der US-Er­mitt­ler. Er soll in füh­ren­der Po­si­ti­on für das Dro­gen­kar­tell um den Mit­te Ju­li ver­haf­te­ten me­xi­ka­ni­schen Un­ter­welt­boss Raul Flo­res Her­nan­dez ge­ar­bei­tet ha­ben. Ein dunk­ler Schat­ten über der gro­ßen Kar­rie­re des Ka­pi­täns von

El Tri, der in sei­ner Hei­mat als „der

Boss“ver­ehrt wird.

„Das ist mein schwers­tes

Spiel, ich wer­de das Für den ge­wünsch­ten Er­folg ver­zich­te­ten die Sach­sen auf ei­nen fi­nan­zi­el­len Coup im Som­mer und lehn­ten das Mil­lio­nen-An­ge­bot des FC Li­ver­pool für Kei­ta ab. Rang­nick setzt auf Ka­der­stär­ke statt Trans­ferer­lö­se.

„Es ist ei­ne Gü­ter­ab­wä­gung: Wol­len wir jetzt ein paar Eu­ro mehr kas­sie­ren und ei­nen un­se­rer bes­ten Spie­ler ver­lie­ren, da­mit ris­kie­ren, dass wir et­was we­ni­ger er­folg­reich sind in der Bun­des­li­ga oder Cham­pi­ons Le­ague, oder wol­len wir das nicht?!“, sag­te Rang­nick, der auch an an­de­ren Schlüs­sel­spie­lern fest­hielt.

Ne­ben dem An­ge­bot für Kei­ta, sol­len an­de­re Ver­ei­ne In­ter­es­se am schweMit­telE­mil di­schen feld-Ass Fors­berg, Con­fe­dCup-Sie­ger Ti­mo Wer­ner so­wie an den ös­ter­rei­chi­schen Na­tio­nal­spie­lern Ste­fan Il­s­an­ker und Mar­cel Sa­bit­zer be­kun­det ha­ben. Doch kei­ner ging. Ein­zi­ger nam­haf­ter Ab­gang der Sach­sen blieb „U 21“-Eu­ro­pa­meis­ter Da­vie Sel­ke, der für ge­schätz­te zehn Mil­lio­nen zu Her­tha BSC wech­sel­te.

Statt­des­sen kauf­te der Klub für rund 30 Mil­lio­nen Eu­ro neue Spie­ler wie Links­au­ßen Bru­ma von Ga­la­ta­sa­ray Istan­bul und An­grei­fer Je­an-Ke­vin Au­gus­tin von Pa­ris St. Ger­main ein und ern­te­te bei Bun­des­li­ga-Kon­kur­ren­ten Kri­tik.

Mit dem

ös­ter­rei­chi­schen al­les so schnell wie mög­lich klar­stel­len“, sag­te Mar­quez, der die

schwe­ren Brau­se-Mil­li­ar­där Dietrich Ma­te­schitz als In­ves­tor hat Leip­zig al­ler­dings auch ei­ne an­de­re Aus­gangs­la­ge auf dem Trans­fer­markt. „RB Leip­zig braucht schein­bar kein Geld ein­zu­neh­men. Das zeigt ja schon ein ein­fa­cher Blick auf das Trans­fer­de­fi­zit der letz­ten vier Jah­re: RB gab, wie man hö­ren konn­te, et­wa 150 Mil­lio­nen Eu­ro für Spie­ler aus und nahm im Ge­gen­zug kaum et­was ein“, beS­port­di­re­kBo­rus­sia ton­te der tor von Mön­chen­glad­bach, Max Eberl: „Wir kön­nen es uns nicht leis­ten, ein 75-Mil­lio­nen-Eu­ab­zu­le­han­de­re ro-An­ge­bot nen.“Auch Ver­ei­ne könn­ten das nicht. Rang­nick kann zu­min­dest im ers­ten Jahr auf in­ter­na­tio­na­ler Büh­ne ei­ne Of­fer­te wie für Kei­ta aus­schla­gen. „Nächste Sai­son ist es so, dass Na­by theo­re­tisch die Op­ti­on hat zu ge­hen. Er hat ei­ne Klau­sel in sei­nem Ver­trag. Ich ge­he da­von aus, dass er noch mal so ei­ne star­ke Sai­son spielt, auch in der Cham­pi­ons Le­ague. Dann wird es ganz gro­ße Klubs ge­ben, die sich für ihn in­ter­es­sie­ren. Ent­spre­chend schwer wird es dann ver­mut­lich sein, ihn zu hal­ten.“ Vor­wür­fe ent­schie­den zu­rück­wies und jeg­li­chen Kon­takt zu „die­sen Or­ga­ni­sa­tio­nen und Er­eig­nis­sen“ve­he­ment ab­stritt. Zu­dem sag­te der Ver­tei­di­ger frei­wil­lig beim me­xi­ka­ni­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um aus.

Wie groß die Aus­wir­kun­gen auf Mar­quez’ Kar­rie­re sein wer­den, ist noch nicht ab­zu­se­hen. Der 38-Jäh­ri­ge führ­te die Me­xi­ka­ner bei vier Welt­meis­ter­schaf­ten auf den Ra­sen. 2006 ge­wann er mit Bar­ce­lo­na die Cham­pi­ons Le­ague. Seit 2016 spielt er wie­der bei sei­nem ers­ten Pro­fi-Klub CF At­las.

Na­by Kei­ta beim Emi­ra­tes Cup in Lon­don ge­gen Se­vil­las Ab­wehr­spie­ler Se­bas­ti­en Cor­chia in Ak­ti­on.

Dietrich Ma­te­schitz

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