Ein Rich­ter als Pro­blem

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Ju­lia­ne Mor­gen­roth

S

o man­cher im Dresd­ner Land­ge­richt wird froh sein, wenn Rich­ter Jens Mai­er in et­was mehr als sechs Wo­chen al­ler Vor­aus­sicht nach in den Bun­des­tag ein­zie­hen wird.

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enn der ul­tra­rech­te AfD-Mann hat in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten für hef­ti­gen Wir­bel ge­sorgt. Und tat­säch­lich auch die Jus­tiz be­schä­digt. Mai­er wur­de zum Pro­blem. Sei­ne rich­ter­li­che Un­ab­hän­gig­keit stand durch zwei­fel­haf­te Äu­ße­run­gen in Fra­ge.

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ine Ver­set­zung war der ers­te Schritt des Ge­richts, den Scha­den zu be­gren­zen. Nun hat Mai­er als Er­geb­nis des Dis­zi­pli­nar­ver­fah­rens für sei­ne Äu­ße­run­gen ei­nen schrift­li­chen Ta­del be­kom­men.

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r wird da­mit le­ben kön­nen - es gibt weit­aus här­te­re Stra­fen in Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren. Die Hür­den sind aber hoch. Am En­de steht theo­re­tisch die Ent­fer­nung aus dem Be­am­ten­ver­hält­nis.

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ai­er ist sich sei­ner Po­pu­la­ri­tät in­ner­halb der AfD sehr wohl be­wusst. Ge­nau­so wie der Tat­sa­che, dass er di­rekt hin­ter der ihm so ver­hass­ten Par­tei-Che­fin Frau­ke Pe­try auf Platz zwei der Lan­des­lis­te steht. Da­mit ist er so gut wie si­cher im Bun­des­tag.

A

ber der Ver­weis ist ein Zei­chen, dass das Ge­richt sei­nen Rich­tern nicht al­les durch­ge­hen lässt. Denn wenn die Un­ab­hän­gig­keit der Jus­tiz in Fra­ge ge­stellt wird, muss ge­han­delt wer­den.

Be­richt Sei­te 13

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