To­te und Ver­letz­te bei Ra

Dresdner Morgenpost - - POLITIK -

CHAR­LOT­TES­VIL­LE - Aus­nah­me­zu­stand nach ei­ner rechts­ex­tre­men Kund­ge­bung: Ei­ne Frau kommt ums Le­ben, ins­ge­samt 35 Men­schen wer­den ver­letzt. US-Prä­si­dent Do­nald Trump (71) druckst her­um, nennt die Schul­di­gen nicht beim Na­men - selbst die Re­pu­bli­ka­ner kri­ti­sie­ren das. Wie groß ist Trumps Mit­schuld an der Spal­tung der ame­ri­ka­ni­schen Ge­sell­schaft?

Teil­neh­mer der Rechts-Pro­tes­te in Char­lot­tes­vil­le (US-Bun­des­staat Vir­gi­nia) lie­fern sich hef­ti­ge Schlä­ge­rei­en mit Ge­gen­de­mons­tran­ten. Plötz­lich schießt ein Au­to her­an, rast ab­sicht­lich in ei­ne Grup­pe der Ge­gen­de­mons­tran­ten und rammt an ei­ner Kreu­zung zwei Au­tos. Der Fah­rer, ein 20-jäh­ri­ger Mann aus Ohio, wird fest­ge­nom­men.

Ei­ne 32-jäh­ri­ge Frau stirbt durch den Au­to-An­schlag, 19 Men­schen wer­den da­bei - zum Teil schwer - ver­letzt. Das FBI er­mit­telt. Dem Fah­rer wer­den Tot­schlag, Kör­per­ver­let­zung und Fah­rer­flucht vor­ge­wor­fen. Zwei Po­li­zis­ten kom­men zu­dem beim Ab­sturz ih­res Hub­schrau­bers ums Le­ben, der die Zu­sam­men­stö­ße aus der Luft be­ob­ach­tet hat.

Trump ver­ur­teilt zwar die „un­ge­heu­er­li­che Ge­walt“, er­wähnt da­bei die Kund­ge­bung der Rechts­ex­tre­men aber nicht di­rekt. Statt­des­sen spricht er pau­schal von „Ge­walt von vie­len Sei­ten“. Da­für ha­gelt es hef­ti­ge Kri­tik - ge­ra­de auch aus sei­ner Par­tei. Der re­pu­bli­ka­ni­sche Se­na­tor Co­ry Gard­ner (42): „Mr. Pre­si­dent - wir müs­sen das Bö­se beim Na­men nen­nen. Dies wa­ren wei­ße Ras­sis­ten und dies war ein­hei­mi­scher Ter­ro­ris­mus.“

Char­lot­tes­vil­les Bür­ger­meis­ter Micha­el Si­g­ner (44) klagt an: „Ich ge­be die Schuld an vie­lem, was wir heu­te in Ame­ri­ka se­hen, dem Wei­ßen Haus und den Leu­ten um den Prä­si­den­ten. Ich hof­fe, dass er ei­nen Blick in den Spie­gel wirft und scharf dar­über nach­denkt, mit wem er im Wahl­kampf ver­kehr­te.“

Nach Kri­tik der Re­pu­bli­ka­ner rief Trump (71) sei­ne Lands­leu­te da­zu auf, zu­sam­men­zu­ste­hen und ein­an­der - un­ge­ach­tet al­ler Dif­fe­ren­zen - „zu lie­ben“.

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