Ge­freut“

Dresdner Morgenpost - - FUSSBALL -

DRES­DEN - Ai­as Aos­man schnapp­te sich die Ku­gel, hob kurz den Kopf, schlenz­te das Le­der aus 18 Me­tern wun­der­schön in den rech­ten Win­kel. Sein Traum­tor brach­te Dy­na­mo beim 3:2 über Ko­blenz in Zwi­ckau in die nächste Run­de im DFB-Pokal.

Als die Ku­gel im TuS-Kas­ten ein­schlug, dreh­te der 22-Jäh­ri­ge ab, sprin­te­te Rich­tung Bank und da­mit zu Trai­ner Uwe Neu­haus. Er woll­te un­be­dingt ein Dan­ke­schön los­wer­den. Denn beim Spiel zu­vor auf St. Pau­li gab es mit ihm ja ei­ne ver­wir­ren­de Sze­ne. Er soll­te kurz vor Schluss ein­ge­wech­selt wer­den, doch Neu­haus ent­schied sich für „Lum­pi“Lam­bertz. Aos­man feu­er­te ent­täuscht sein Er­satz­spie­ler-Leib­chen weg und lief Rich­tung Ka­bi­ne.

„Das war ei­ne un­glück­li­che Ak­ti­on. Vie­le ha­ben die auch falsch ver­stan­den. War schön, dass der Trai­ner und ich am Mitt­woch dar­über ge­spro­chen ha­ben und der glei­chen Mei­nung wa­ren“, er­klär­te der Deutsch-Sy­rer. „Ich hät­te nicht ge­dacht, dass er mir so schnell die Chan­ce gibt, aber ich bin ihm sehr dank­bar. Ich hof­fe, ich ha­be es zu­rück­ge­zahlt“, sag­te Aos­man bei­na­he schüch­tern. Zu­rück­ge­zahlt kann man es nen­nen, denn für die 2. Run­de gibt es im­mer­hin hüb­sche 318 000 Eu­ro.

Aber was ha­ben denn vie­le auf St. Pau­li falsch ver­stan­den? „Ich woll­te ein­ge­wech­selt wer­den“, so Aos­man. „Ich war na­tür­lich sau­er, dass ich so spät kom­men soll­te. Der Trai­ner war der Mei­nung, dass ich nicht be­reit bin, um ins Spiel zu kom­men, ob­wohl ich es war. Aber das ist auch nicht so schlimm. Wir ha­ben uns aus­ge­spro­chen. Jetzt ist al­les wie­der gut.“

Und dann war eben noch der Sprint nach dem 3:2 ge­gen Ko­blenz in die Ar­me des Trai­ners. „Ich woll­te un­be­dingt ein Tor ma­chen, egal wie. Ich ha­be mich be­dankt, dass er mir die Chan­ce ge­ge­ben hat nach der Ak­ti­on“, sag­te Aos­man und leg­te ein schel­mi­sches Grin­sen auf: „Auch wenn man es ihm nicht an­ge­se­hen hat, glau­be ich trotz­dem, dass er sich ge­freut hat.“

Th. Nahrendorf

Ai­as Aos­man sprin­te­te nach sei­nem Sieg­tor di­rekt zu Uwe Neu­haus und be­dank­te sich beim Trai­ner.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.