Het­ze und His­to­rie

Dresdner Morgenpost - - POLITIK - Von Tho­mas Sch­mitt

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ro­vo­zie­ren, Pö­beln, Pro­pa­gie­ren - die Wahl­kampf- und Po­lit-Stra­te­gie der Rechts­au­ßen von der AfD ist hin­läng­lich be­kannt. Ei­ne ganz ei­ge­ne In­ter­pre­ta­ti­on der deut­schen Na­zi-Ver­gan­gen­heit ge­hört da­zu. Mit sei­nen Äu­ße­run­gen über die Wehr­macht wan­delt Gau­land auf den Spu­ren des von ihm ho­fier­ten Thü­rin­ger Rechts­ex­tre­men Björn Hö­cke, der zu Jah­res­be­ginn in ei­ner Re­de ei­ne „er­in­ne­rungs­po­li­ti­sche Wen­de um 180 Grad“im Ge­schichts­ver­ständ­nis in Deutsch­land ge­for­dert hat­te.

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er Wunsch, die NS-His­to­rie an­ders dar­zu­stel­len, be­ruht auf ei­nem rech­ten Trau­ma, ei­ner Art Zwangs­vor­stel­lung: Es ist aber schon lan­ge nicht mehr so, wie eben in die­sem Spek­trum be­fürch­tet und be­grün­det, dass der Rest der Welt uns Deut­schen stän­dig die­ses dunk­le Ka­pi­tel un­se­rer Ge­schich­te vor­hält. An­de­rer­seits heißt das nicht, dass die Ver­bre­chen die­ser Zeit aus der Er­in­ne­rung und ei­nem mah­nen­den Ge­den­ken ge­tilgt wer­den dür­fen.

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